Reisen um die Welt Geheimtipps Italien: 7 Regionen jenseits von Toskana und Sardinien

Geheimtipps Italien: 7 Regionen jenseits von Toskana und Sardinien

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Kurz gesagt: Italien hat 20 Regionen – die meisten Urlauber kennen aber nur fünf. Echte Geheimtipps Italien findest Du in Apulien, Basilikata, Molise, den Marken, Umbrien, Friaul-Julisch Venetien und den Abruzzen. Diese Regionen bieten UNESCO-Welterbe, leere Strände und authentische Küche – meist zu deutlich günstigeren Preisen als in der Toskana.

Italien jenseits der bekannten Pfade

Toskana, Sardinien, Gardasee – das sind die Klassiker, die jeder kennt. Aber Italien ist viel grösser, vielfältiger und unentdeckter, als die üblichen Reiseführer glauben machen. Das Land gliedert sich in 20 Regionen, von denen einige zu den schönsten und gleichzeitig am wenigsten überlaufenen Gebieten Europas zählen. Wer einen kompletten Überblick über alle Regionen sucht, findet auf der Übersicht aller italienischen Regionen auf italien.wiki eine ausführliche Karte mit Hintergrundinformationen zu jeder einzelnen Region.

Wir zeigen Dir in diesem Artikel sieben Regionen, die in Reisemagazinen oft zu kurz kommen – obwohl sie touristisch alles mitbringen, was Italien-Fans suchen: Kulinarik, Geschichte, Strände, Berge und vor allem deutlich weniger Andrang als an der Amalfiküste oder in Florenz.

Warum Du gerade jetzt nach Italien fliegen solltest

Warum Du gerade jetzt nach Italien fliegen solltest

Italien ist das beliebteste Auslandsreiseziel der Deutschen direkt nach Spanien – kein Wunder bei rund 7.600 Kilometern Küste, 58 UNESCO-Welterbestätten und einer Esskultur, um die uns die ganze Welt beneidet. Auch auf politischer Ebene sind die Verbindungen zwischen Deutschland und Italien eng: Berlin pflegt seit 1989 eine offizielle Städtepartnerschaft mit Rom, und auch viele kleinere deutsche Städte haben italienische Partnerstädte. Einen vollständigen Überblick über die internationalen Verbindungen der Hauptstadt findest Du in unserer Liste der Städtepartnerschaften von Berlin, die zeigt, wie tief die kulturellen Bande tatsächlich reichen.

Genau diese kulturelle Nähe macht Italien für Deutsche so attraktiv: Du kommst schnell hin, die Sprache lässt sich leicht aufschnappen, und selbst in den abgelegensten Regionen findest Du Menschen, die sich über deutsche Gäste freuen. Lass uns also tiefer eintauchen – Region für Region.

1. Apulien – der Absatz des Stiefels

Apulien (italienisch Puglia) ist in den letzten Jahren zum Star unter den italienischen Geheimtipps geworden – und das aus gutem Grund. Die Region im Süden bietet rund 800 Kilometer Küste an Adria und Ionischem Meer, weisse Sandstrände und ein türkisblaues Wasser, das Karibik-Feeling aufkommen lässt.

Highlights für Deine Reiseplanung:

  • Alberobello – das UNESCO-Welterbe-Dorf mit den weltberühmten Trulli, kegelförmigen Steinhäusern aus dem 14. Jahrhundert
  • Ostuni – die strahlend weisse Stadt auf dem Hügel, auch «Città Bianca» genannt
  • Lecce – das «Florenz des Südens» mit überbordendem Barock
  • Salento – die Halbinsel ganz im Süden mit Traumstränden wie Pescoluse, der «Malediven Italiens»
  • Polignano a Mare – Steilküste mit Häusern direkt am Klippenrand

2. Basilikata – die Region der Höhlenstädte

Die Basilikata zwischen Apulien und Kalabrien wirkt wie ein vergessenes Italien – wild, ursprünglich, fast menschenleer. Mit nur etwa 540.000 Einwohnern gehört sie zu den am dünnsten besiedelten Regionen des Landes. Ihr Star: Matera.

Die Stadt mit ihren «Sassi» – in den Tuffstein gehauenen Höhlenwohnungen – wurde 1993 UNESCO-Welterbe und war 2019 Kulturhauptstadt Europas. Matera gilt als eine der ältesten durchgehend bewohnten Städte der Welt; manche Höhlen sind seit der Jungsteinzeit besiedelt. Mel Gibson drehte hier «Die Passion Christi», James Bond raste in «Keine Zeit zu sterben» durch die engen Gassen.

Wer es noch ruhiger mag, fährt an die Küste nach Maratea am Tyrrhenischen Meer – ein kleiner Küstenort mit einer riesigen Christus-Statue, die noch grösser ist als die in Rio de Janeiro.

3. Molise – existiert es überhaupt?

Molise ist nach dem Aostatal die kleinste Region Italiens – und der wohl bestgehütete Geheimtipp des Landes. Online kursiert sogar der Scherz «Molise non esiste» (Molise existiert nicht), weil die Region so selten erwähnt wird. Genau das macht den Reiz aus.

Du findest hier eine unverbaute Adriaküste, das Mittelgebirge der Apenninen, Schäferpfade aus römischer Zeit (die Tratturi) und Bergdörfer wie Agnone, wo seit dem Jahr 1040 Kirchenglocken gegossen werden – auch für den Vatikan. Die Hauptstadt Campobasso bleibt auch im Hochsommer angenehm kühl, perfekt für Wandertouren im Nationalpark Abruzzen, Latium und Molise.

4. Marken – die Toskana der Insider

Die Marken (Marche) an der Adria sind das, was die Toskana vor 30 Jahren war: sanfte Hügellandschaften, Mittelalterstädte, gutes Essen – und keine Massen. Goethe schrieb über die Region: «Hier ist endlich Italien, wie ich es mir gedacht habe.»

Must-sees:

  • Urbino – Geburtsort Raffaels und UNESCO-Welterbe-Renaissancestadt
  • Conero-Küste – Steilküste mit weissen Klippen und Buchten wie Mezzavalle oder Le Due Sorelle
  • Ascoli Piceno – die Travertin-Stadt mit der schönsten Piazza Italiens (Piazza del Popolo)
  • Frasassi-Höhlen – eines der grössten Höhlensysteme Europas

5. Umbrien – das grüne Herz Italiens

Umbrien ist die einzige Region Italiens ohne Meereszugang – und vielleicht gerade deshalb so unverfälscht. Das «grüne Herz Italiens», wie es genannt wird, bietet alles, was Du an der Toskana liebst, nur leiser und günstiger: sanfte Hügel, Olivenhaine, mittelalterliche Bergstädte und einen der bekanntesten Pilgerorte der Welt – Assisi, Geburts- und Sterbeort des heiligen Franziskus.

Perugia, die Hauptstadt, beheimatet die älteste Universität für Ausländer in Italien und veranstaltet jährlich das berühmte Jazz-Festival «Umbria Jazz». Wer es kulinarisch mag, fährt nach Norcia – die schwarzen Trüffel und der gleichnamige Schweineschinken sind weltweit gefragt.

6. Friaul-Julisch Venetien – wo Italien auf Mitteleuropa trifft

Im äussersten Nordosten Italiens liegt eine Region, die wie keine zweite italienische, österreichische und slowenische Einflüsse vereint: Friaul-Julisch Venetien. Triest, die Hauptstadt, war jahrhundertelang Hafen der Habsburger – und das spürst Du noch heute in der Architektur, den Cafés und der Kaffeekultur. Die Stadt ist die Heimat von Illy-Kaffee.

Weitere Tipps: die Lagunenstadt Grado, das mittelalterliche Cividale del Friuli (UNESCO-Welterbe als langobardisches Erbe), der Karst mit seinen Höhlen wie der Grotta Gigante und die Weinregionen Collio und Friuli Colli Orientali, in denen herausragende Weissweine entstehen.

7. Abruzzen – Italiens grüne Lunge

Östlich von Rom liegt eine Region, die mehr Naturschutzgebiete pro Quadratkilometer hat als jede andere Region Italiens: die Abruzzen. Rund ein Drittel der Fläche steht unter Schutz, drei Nationalparks und ein Regionalpark bieten Lebensraum für Wölfe, Bären, Wildkatzen und sogar Adler.

Hier findest Du den höchsten Gipfel der Apenninen, den Corno Grande im Gran Sasso (2.912 Meter), Skigebiete im Winter und feine Sandstrände im Sommer – die Costa dei Trabocchi mit ihren historischen Fischerstegen. L’Aquila, die Hauptstadt, wird seit dem schweren Erdbeben 2009 aufwendig restauriert. Sulmona ist der Geburtsort des Dichters Ovid und bekannt für Confetti (kandierte Mandeln).

Die 7 Geheimtipp-Regionen im Überblick

Region Lage Highlight Ideal für
Apulien Süden, Adria/Ionisches Meer Trulli von Alberobello Strandurlaub, Kulinarik
Basilikata Süden, zwischen Adria & Ionien Matera (UNESCO) Kultur, Fotografie
Molise Mittelitalien, Adria Unberührte Natur Wandern, Ruhesuchende
Marken Mittelitalien, Adria Urbino, Conero-Küste Rundreise, Kultur
Umbrien Mittelitalien, Binnenland Assisi, Trüffel Aktivurlaub, Genuss
Friaul-Julisch Venetien Nordosten, Adria Triest, Weingüter Städtereise, Wein
Abruzzen Mittelitalien, Adria Nationalparks, Gran Sasso Natur, Outdoor

💡 Reisetipp

Die beste Reisezeit für Süditalien (Apulien, Basilikata, Kalabrien) ist Mai bis Juni und September bis Oktober. Im Hochsommer wird es oft brütend heiss, und auch Geheimtipps wie Polignano a Mare füllen sich dann mit italienischen Inlandstouristen. Für Mittelitalien (Marken, Umbrien, Abruzzen) ist sogar März bis November möglich – inklusive Skisaison in den Apenninen.

Häufige Fragen zu Geheimtipps in Italien

Welche Region in Italien ist am wenigsten touristisch?

Molise gilt als die am wenigsten besuchte Region Italiens. Die kleine Region zwischen Abruzzen und Apulien wird von internationalen Touristen kaum wahrgenommen, obwohl sie Adriaküste, Apennin-Berge und mittelalterliche Bergdörfer bietet.

Wo gibt es in Italien die schönsten Strände abseits der Touristenströme?

Die Küstenabschnitte des Salento in Apulien, die Conero-Küste in den Marken und die Costa dei Trabocchi in den Abruzzen gelten als Insider-Tipps. Auch der Strand von Pescoluse im Salento, oft «Malediven Italiens» genannt, ist trotz wachsender Bekanntheit noch deutlich entspannter als die Amalfiküste.

Ist Apulien noch ein Geheimtipp?

Apulien ist seit etwa 2015 stark im Aufwind und wird zunehmend bekannter. Die Region ist trotzdem deutlich entspannter als Toskana oder Amalfi – vor allem im Hinterland rund um Locorotondo, Cisternino und Martina Franca. Im Salento (Süden) wird es im Hochsommer voller, in der Vor- und Nachsaison hast Du die Strände aber oft fast für Dich allein.

Welche italienische Region eignet sich für einen ersten Geheimtipp-Urlaub?

Für Italien-Einsteiger, die etwas Neues suchen, sind die Marken ideal: Sie liegen verkehrsgünstig (Flughafen Ancona), bieten alles, was Du an der Toskana liebst, und sind deutlich günstiger. Wer es etwas wilder mag, fährt nach Apulien – die Infrastruktur ist gut, und Du findest leicht englischsprachige Unterkünfte.

Wie reise ich am besten in die italienischen Geheimtipp-Regionen?

Für die meisten dieser Regionen lohnt sich ein Direktflug mit anschliessendem Mietwagen. Die wichtigsten Flughäfen sind Bari (Apulien), Brindisi (Apulien/Salento), Ancona (Marken), Pescara (Abruzzen), Perugia (Umbrien) und Triest (Friaul). Von Deutschland aus fliegen mehrere Low-Cost-Airlines diese Ziele an – oft günstiger als nach Mallorca.

Ist Matera einen Besuch wert?

Absolut. Matera mit seinen Sassi-Höhlenwohnungen ist eines der eindrucksvollsten Stadtbilder Italiens und gehört seit 1993 zum UNESCO-Welterbe. Plane mindestens zwei volle Tage ein – einen für das Stadtbild und die Höhlenkirchen, einen für die Umgebung mit dem Parco della Murgia Materana.

Fazit: Geheimtipps Italien lohnen sich doppelt

Wer Italien wirklich entdecken will, sollte den ausgetretenen Pfaden mal den Rücken kehren. Geheimtipps Italien bedeuten heute: leere Strände in Apulien, Höhlenstädte in der Basilikata, unverbaute Berge in den Abruzzen, mittelalterliche Kunst in den Marken und mitteleuropäisches Flair in Triest. Du sparst Geld, vermeidest Menschenmassen und erlebst ein Italien, das sich seinen Charakter bewahrt hat.

Mein Tipp: Schau Dir auf einer Karte alle 20 italienischen Regionen an, wähle eine aus, die Du noch nicht kennst – und buch einen Flug. Italien wartet, und zwar mit deutlich mehr als Toskana und Sardinien.

Bereit für Deinen Italien-Urlaub?

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