Reisen um die Welt Dänemarks ruhigste Insel: Tunø ist noch ein Geheimtipp

Dänemarks ruhigste Insel: Tunø ist noch ein Geheimtipp

Steile Klippen, ruhige Strände, grüne Wälder, sanfte Hügel: Wer nach Tunø reist, erlebt die vielfältige Natur Dänemarks auf ganz kleinem Raum. Nur 3,52 Quadratkilometer misst die Insel, die im Kattegat zwischen der Insel Samsø und Jütland liegt. Um die Ostsee-Insel einmal zu umrunden, ist nur eine 8,3 Kilometer lange Wanderung nötig.

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Tunø ist eine von Dänemarks mehr als 400 Inseln. Doch es ist nicht nur die unberührte Natur, die Tunø zu einem perfekten Ziel für eine wirklich entspannte Auszeit vom Alltagsstress macht. Es ist auch die Stille – oft sind nur Vogelgezwitscher sowie das Rauschen von Wellen und Wind zu hören. Motorenlärm gehört nicht dazu.

Dänische Insel Tunø ist autofrei

Denn während Einheimische und Reisende an anderen Orten Dänemarks sogar mit Autos auf den Strand fahren dürfen, sind sie auf Tunø nicht erlaubt. Einzige Ausnahme: Bauarbeiterinnen und Bauarbeiter, die vom Festland für Aufträge auf die Insel kommen, tun dies mit ihren Werkstattfahrzeugen.

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Wenn die Menschen auf Tunø keine Lust haben, zu Fuß zu gehen oder Rad zu fahren, nehmen sie ein Golfcart oder einen Roller. Und dann gibt es da noch ein paar Traktoren, sogenannte Traxas, die Waren sowie Touristinnen und Touristen über die Insel fahren.

Tunø von oben: Die dänische Insel lässt sich auf einem 8,3 Kilometer langen Wanderweg umrunden.Quelle: Getty Images

Es ist die Ruhe, in die sich Cecillie Bandelow vor ein paar Jahren verliebt hat. Sie ist eine von nur etwa 75 Inselbewohnerinnen und ‑bewohnern. Im September 2022 fuhr Cecillie zum ersten Mal in ihrem Leben mit der kleinen roten Fähre von Hou nach Tunø. „Der Himmel war strahlend blau, es hatte 22 Grad. Und dann stand da mitten auf der Insel ein gelber und vernachlässigter Hof aus dem Jahr 1880“, erinnert sie sich.

Cecillie Bandelow serviert ihren Gästen auf Hof Blåkærgård selbst gemachte Pizza.Quelle: Maike Geißler

Das Gebäude steht an der einzigen asphaltierten Straße auf Tunø, dahinter erstrecken sich Wiese, Wald und am Rande das Meer. „Ich hörte nur zwei Dinge: die Geräusche von Wasser und Wind. Es war idyllisch“, erzählt Cecillie. Ein Erlebnis, das ihr Leben veränderte.

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Sie kaufte den Hof – und tauschte ihr Leben in der Großstadt von Aarhus mit einem Büro an der Universität gegen eine Insel, auf der nur etwa 75 Menschen leben. Auf dem Hof Blåkærgård betreibt Cecillie mit ihrem Partner eine Pension mit 14 Zimmern und Café. Im idyllischen Innenhof servieren sie Gästen selbst gebackene Pizza und Kuchen.

Jeden Morgen geht Cecillie durch den Wald an den Strand, macht dort Yoga mit Blick auf Samsø und springt ins Meer. Dann beginnt ihr Tag – und sie ist bis dahin meist noch keinen anderen Menschen begegnet.

Dänisches Idyll: Der Hof Blåkærgård liegt mitten auf Tunø. Reisende finden hier eine Unterkunft und ein Café.Quelle: Maike Geißler

Auch wer Tunø einmal zu Fuß umrundet, wird die Natur stellenweise ganz für sich alleine haben, vor allem in der Nebensaison. So lassen sich die Ausblicke ganz in Ruhe erleben.

Tunø-Rundwanderweg: Karte zeigt den Weg

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Auf der acht Kilometer langen Wanderung erlebst du die ganze Vielfalt der Natur: Sowohl auf der Nord- als auch auf der Südseite der Insel geht es an den charakteristischen hohen Klippen entlang, von denen aus du einen tollen Blick auf das Kattegat hast.

Im Norden der Insel, an der Klippe Nørreklint, lebt und nistet Dänemarks größte Population des seltenen Alkenvogels Gryllteiste.

An anderen Stellen geht es durch eine sanfte, grüne Landschaft oder durch dichten Wald. Von den Straßen Grøvten und Lyngballen kannst du auch das bewaldete Moor im Inselinneren sehen.

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Der offizielle Weg führt nicht ganz bis zur Ostspitze der Insel – du solltest den Schlenker aber unbedingt machen. Du hast hier nicht nur einen schönen Blick auf die Insel Samsø, sondern erlebst auch noch ein Naturschauspiel. Am Revet, deutsch: Riff, strömt das Wasser von zwei Seiten aufeinander.

An der Südseite Tunøs bieten sich Blicke auf die Steilküste.Quelle: Maike GeißlerWeiterlesen nach der AnzeigeWeiterlesen nach der Anzeige

Früher strandeten an dieser tückischen Stelle mehrere Schiffe, heute nutzen Seehunde und Kormorane die östlichste Spitze von Tunø als Rastplatz.

Während der Wanderung gibt es immer wieder Möglichkeiten, sich an einem der schönen, ruhigen Strände auszuruhen oder in der Ostsee zu baden. Mal ist der Boden sandig, so wie nordöstlich des Hafens, mal mit Kieselsteinen bedeckt, wie im Norden und Westen.

Badesteg am Weststrand von Tunø.Quelle: Maike Geißler

Besseres Wetter als auf dem dänischen Festland

Für eine Stärkung zwischendurch sorgt ein kühles Getränk aus einer in den Boden eingegrabenen Milchkanne im Süden der Insel. Bezahlt wird auf Vertrauensbasis mit Bargeld in eine Sparbüchse.

Ähnlich unkonventionell – an Ständen am Wegesrand – lassen sich auch Souvenirs wie Keramik oder lokal angebautes Gemüse erwerben. Besonders für die Kartoffeln ist Tunø bekannt, ebenso wie die Nachbarinsel Samsø. Grund dafür ist das Klima. Es ist mild und bietet mehr Sonnenstunden als das in Sichtweite liegende dänische Festland.

Weiterlesen nach der AnzeigeWeiterlesen nach der AnzeigeAuf Tunø gibt es mehrere Stände am Wegesrand, an denen du frisches Gemüse der Saison kaufen kannst.Quelle: Maike Geißler

Du willst nach deiner Wanderung auch mal Menschen sehen? Im Osten der Insel ist mehr los als im Westen und Norden. Segelboote ankern im Hafen, es gibt einen Campingplatz und einen Minigolfplatz.

Restaurants und weitere touristische Unterkünfte finden sich wenige Hundert Meter weiter im Dorf Tunø By, wo die dänische ländliche Idylle mit Pfingstrosen, Fachwerk und Reetdächern deutlich zu spüren ist. In dem Ort wohnt der größte Teil der kleinen Inselbevölkerung.

Dänemarks einzigartiger Leuchtturm auf Tunø

Eine besondere Sehenswürdigkeit ist die Inselkirche, deren Turm gleichzeitig als Kirchturm und Leuchtturm dient. Diese in Dänemark einmalige Kombination entstand 1789 im Zuge einer Renovierung der Kirche. Damals wurde beschlossen, den Turm zu erhöhen, da er als Schifffahrtszeichen für Seeleute im Kattegat diente.

Heute ist der Kirchturm-Leuchtturm mit 31 Meter über dem Meeresspiegel das höchste Gebäude der Insel. Wer den Ausblick von oben erleben will, kann das nur im Juli zwischen 14 und 15 Uhr (sonntags geschlossen).

Weiterlesen nach der AnzeigeWeiterlesen nach der AnzeigeDie wohl bekannteste Sehenswürdigkeit Tunøs: Die Kirche, deren Turm eine Kombination aus Kirchturm und Leuchtturm ist.Quelle: Getty Images

Das einzige Geschäft auf Tunø

Außerdem steht hier der einzige Lebensmittelladen der Insel, samt angeschlossenem Café. Betrieben wird er von Tami und Thomas Vibberstoft Pinkalski, die im Frühling mit ihrer kleinen Tochter Ønske auf die Insel gezogen sind. „Wir kannten die Insel vorher nicht und hatten auch noch nie einen Lebensmittelladen geführt“, erzählt Tami.

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Doch ebenso wie Cecillie wurden sie und ihr Mann von Tunøs Atmosphäre in ihren Bann gezogen. „Wir waren eigentlich nach Tunø gefahren, weil Thomas neugierig auf einen Job war, der damals auf der Fähre frei war. Er wollte etwas Neues in seinem Berufsleben, und wir waren beide bereit für ein neues Projekt“, erzählt Tami, die auch als Künstlerin arbeitet.

Die neue Lebensmittelfamilie auf Tunø besteht aus Tami, Thomas und der gemeinsamen Tochter Ønske.Quelle: Tunø KøbmandsgårdWeiterlesen nach der AnzeigeWeiterlesen nach der Anzeige

An einem schönen Frühlingstag im März 2025 genossen sie die Atmosphäre der Insel und tranken ein Bier vor Tunøs einzigem Lebensmittelladen, bevor die Fähre sie zurück aufs Festland brachte. „Wir wussten, dass der Supermarkt schließen würde, aber auch, dass schon ein neuer Betreiber gefunden wurde. Trotzdem saßen wir da und träumten davon, ihn zu führen“, sagt Tami.

Und dann passierte es: Im April sprang die neue Führung ab. „Wir dachten nur: ‚Da will uns jemand etwas sagen‘“, erinnert sich die Neu-Tunøerin. Die Entscheidung fiel schnell, zwei Wochen später zog die kleine Familie auf die Insel. Gegen den Charme von Tunø kann man sich einfach nicht wehren.

Sanfte grüne Hügel, ein dänisches Holzhaus: Typischer Blick auf Tunø.Quelle: Maike Geißler

Die wichtigsten Infos zu Tunø im Überblick

Anreise nach Tunø: Die Fähren nach Tunø starten in Hou, am dortigen Hafen kannst du dein Auto kostenlos abstellen. Die Überfahrt dauert etwa 55 Minuten, die Fahrtzeiten und die Preise kannst du online einsehen.

Beste Reisezeit für Tunø: Die Hauptreisezeit ist im Sommer – dann kann es aber tagsüber auch voll werden. In der Nebensaison hast du die Insel teils fast für dich alleine.

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Fortbewegung auf Tunø: Wenn du nicht nur zu Fuß unterwegs sein willst, gibt es am Hafen von Tunø einen Fahrradverleih. Außerdem kannst du eines der speziellen Traktor-Taxis, die sogenannten Traxa, bestellen. Dies geht per Anruf unter +45 29 25 75 77.

Unterkunft auf Tunø: Große Hotels findest du auf der Insel nicht. Im Inselinneren findest du den Hof Blåkærgård (14 Zimmer), die Zimmerpreise starten hier für zwei Personen bei 107 Euro pro Nacht inklusive Frühstück. In der Nähe des Hafens befindet sich das Mejeriet Tunø mit Preisen ab 84 Euro pro Nacht. Du kannst dir auch ein Ferienhaus mieten oder dein Zelt auf dem Campingplatz am Hafen aufstellen.

Redaktioneller Hinweis: Diese Reise wurde unterstützt von Destination Kystlandet. Über Auswahl und Inhalt entscheidet allein die Redaktion.

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