Historische Stadtmauern in Tiefgaragen, Scheingräber, Arenen für Gladiatoren, Wachtürme, die zu Toiletten wurden: In den Städten, die als die ältesten Deutschlands gelten, entdeckst du spannende Geschichte(n). Welche Stadt denn nun die älteste ist, ist dabei nicht eindeutig. Denn mit dem Beinamen „Älteste Stadt Deutschlands“ schmücken sich gleich mehrere Orte.
📑 Inhaltsverzeichnis▼
- 1.Worms, Rheinland-Pfalz
- 2.Adults only: 11 traumhafte Unterkünfte nur für Erwachsene
- 3.Die 11 schönsten Weihnachtsmärkte auf Deutschlands Schlössern und Burgen
- 4.10 malerische Mittelalterdörfer für einen Italien-Urlaub
- 5.Trier, Rheinland-Pfalz
- 6.Der reisereporter auf Whatsapp: Die Vorteile für dich
- 7.Kempten, Bayern
- 8.Diese deutsche Kleinstadt hält den Weltrekord für die meisten Fachwerkhäuser
- 9.An diesen Orten kannst du Deutschlands Baumriesen bewundern
- 10.Griechenland im Winter: Die schönsten Reiseziele für den Urlaub
- 11.Mainz, Rheinland-Pfalz
- 12.Köln, Nordrhein-Westfalen
- 13.Bonn, Nordrhein-Westfalen
- 14.Augsburg, Bayern
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Je nachdem, ob auf archäologischen Siedlungsspuren oder auf – oft ungenauen – Stadtgründungsdaten basierend, ergibt sich ein anderes Bild. Voll mit Geschichte und Sehenswürdigkeiten sind sie alle. Wähle deinen Favoriten aus diesen sechs Urgesteinen.
Worms, Rheinland-Pfalz
Worms in Rheinland-Pfalz wird vielfach als älteste Stadt Deutschlands gehandelt. Der älteste Name der Stadt lautet „Borbetomagus“ beziehungsweise „Borbitumagus“ und ist keltischen Ursprungs. Seit etwa 5000 vor Christus sind in dem Areal, auf dem heute Worms steht, Siedlungsaufkommen archäologisch nachzuweisen. Später werden Worms und sein Umland zum römischen Herrschaftsgebiet.
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Geschichtsträchtig erlebst du die Stadt auch heute noch. Der Wormser Kaiserdom präsentiert sich als Kunstwerk des romanischen Kirchenbaus und die Stadt am Rheinufer ist auch für die Nibelungensage und den Reichstag zu Worms von 1521 bekannt, zu dem Luther aufgrund seiner reformatorischen Schriften geladen war. Daran erinnert seit 1868 das Lutherdenkmal in Worms, seines Zeichens das zweitgrößte Reformationsdenkmal der Welt. Wer das größte sehen will, muss nach Genf.
Auf geschichtlichen Spuren wandelst du in Worms auch entlang der im neunten Jahrhundert errichteten alten Stadtmauer, die stellenweise noch gut erhalten ist. Zu den eindrucksvollen Überresten zählen das imposante Raschitor im ehemaligen Judenviertel, das Stadttor am Torturmplatz oder im Lutherring.
Adults only: 11 traumhafte Unterkünfte nur für Erwachsene
Die 11 schönsten Weihnachtsmärkte auf Deutschlands Schlössern und Burgen
10 malerische Mittelalterdörfer für einen Italien-Urlaub
Trier, Rheinland-Pfalz
Die Gründung Triers wird auf das Jahr 17 vor Christus geschätzt. Das Gründungsdatum wurde aus Holzpfählen, die im Schlick unter der ersten Moselbrücke gefunden wurden, hergeleitet. Auch Trier beansprucht für sich den Titel als „älteste Stadt Deutschlands“ und begründet das mit der kontinuierlichen Besiedlung der Stadt. Noch heute finden sich viele gut erhaltene Überreste der römischen Kultur in Trier. Sieben römische Bauten stehen sogar auf der Liste des Unesco-Weltkulturerbes.
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Eindrucksvoll präsentiert sich etwa das Stadttor Porta Nigra. Aus 7200 Steinquadern wurde das massive Unesco-Welterbe um 170 nach Christus erbaut und zählt als das am besten erhaltene römische Stadttor nördlich der Alpen. Ein Hingucker sind auch die Kaiserthermen. Als sie Anfang des vierten Jahrhunderts gebaut wurden, gehörten sie zu den größten Badeanlagen des Römischen Reichs.
Besonders viel los war in früheren Jahrtausenden auch im Amphitheater der Stadt. Blutrünstig ging es bei den Gladiatorenkämpfen in der Arena im antiken Trier zu und bis zu 18.000 Zuschauerinnen und Zuschauer fanden auf den über 22 Meter hohen Rängen der zum Ende des zweiten Jahrhunderts erbauten Veranstaltungsarena Platz. kannst du die Ränge und das Kellergeschoss sowie die Bereiche und Käfige besichtigen, in denen Mensch und Tier auf ihren Einsatz warteten. Fun Fact: Noch heute gibt es in Trier eine Gladiatoren-Schule, an der Kampftechniken sowie römische Geschichte und Ethik gelehrt werden.
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Kempten, Bayern
Auch Kempten im Allgäu erhebt den Anspruch, eine der ältesten Städte Deutschlands zu sein, da der Ort bereits in antiken Quellen auftaucht. Über 2000 Jahre alte Geschichte begleitet Kempten, das als Römerstadt Cambodunum gegründet wurde und vorher bereits als keltische Siedlung mit dem Namen Kambodounon bestand.
Wer die Geschichte Kemptens besser verstehen will, geht in den Archäologischen Park Cambodunum (APC). Das Freiluftmuseum präsentiert die archäologischen Ausgrabungen und Fundstücke der Römersiedlung und lässt antikes Leben am Originalschauplatz lebendig werden. Durch das Gelände des Parks mit gallorömischem Tempelbezirk, kleinen Thermen und Forum mit Basilika führt ein Erlebnis-Rundweg mit Aktivstationen.
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Mainz, Rheinland-Pfalz
Auch Mainz ist ganz vorne mit dabei in der Riege der ältesten Städte Deutschlands. Als römisches Militärlager unter dem Namen Mogontiacum um 13 oder zwölf vor Christus gegründet, entwickelte sich Mainz schnell zu einer zivilen Siedlung. Die strategisch gute Lage am Rhein und an der Einmündung des Mains machte den Ort zu einem wichtigen militärischen und wirtschaftlichen Zentrum im Römischen Reich.
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Unter den Sehenswürdigkeiten der Römerzeit in Mainz ist der 20 Meter hohe Drususstein. Der Name bezieht sich auf den beliebten Feldherrn Nero Claudius Drusus. Nach seinem Tod im Jahre neun vor Christus wurde das Scheingrab (auch: Kenotaph) errichtet und für Paraden zu seinen Ehren genutzt. Die Römersteine, die du ebenfalls in Mainz entdecken kannst, haben eine völlig andere Bedeutung. Sie sind die Überreste eines römischen Aquädukts, das zur Wasserversorgung von Mogontiacum diente.
Die Entdeckung archäologischer Perlen geht im Laufe der Jahrzehnte weiter: Ende der 1990er-Jahre wurde in Mainz ein Römisches Theater freigelegt und längst sind noch nicht alle Schätze der Vergangenheit entdeckt worden. Zuletzt erblickten auf einer Baustelle in Mainz spektakuläre Funde aus der Römerzeit erneut das Licht der Welt, darunter eine Sandsteinstatue aus dem dritten Jahrhundert und ein Römer-Grab.
Köln, Nordrhein-Westfalen
Sie zählt zu den größten Städten Deutschlands und ist auch eine der ältesten: Köln in Nordrhein-Westfalen. Auch Köln blickt auf fast 2000 Jahre Stadtgeschichte zurück. Damals, im Jahre 50 nach Christus, ernannte der römische Kaiser Claudius das heutige Köln, damals unter dem Namen „Colonia Claudia Ara Agrippinensium“ bekannt, zur Stadt.
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Spuren der Vergangenheit finden sich in der Innenstadt. Im dortigen Römisch-Germanischen Museum wird die Entwicklung und Bedeutung Kölns im Laufe der Jahrhunderte dargestellt und der gut erhaltene Römerturm, der einst zur Stadtbefestigung gehörte, ist nach wenigen Gehminuten vom U-Bahnhof Appellhofplatz zu erreichen. Kaum zu glauben, dass er bereits 50 nach Christus errichtet wurde. Eine bewegte Geschichte birgt er außerdem: Nach seiner Funktion als Wachturm diente er den Klosterbewohnerinnen des Klarissenklosters Sankt Clara als Latrine.
Auf 30 nach Christus bis 50 nach Christus wird auch ein weiteres Relikt der Römerzeit datiert. Das Absetzbecken der Eifelwasserleitung in Köln-Sülz in der Nähe vom Decksteiner Weiher verdeutlicht die technische Raffinesse der Römer. Durch die Becken wurde die Fließgeschwindigkeit des Wassers verlangsamt, Schmutzpartikel sanken ab und das gesäuberte Wasser floss Richtung Stadt. Ein besonders kurioser Ort für die Entdeckung römischer Spuren in Köln ist die Tiefgarage unter der Domplatte: Hier findest du Überreste der römischen Stadtmauer und einen römischen Keller.
Bonn, Nordrhein-Westfalen
Auch Bonn zählt zu den ältesten Städten Deutschlands. Zwölf vor Christus soll im heutigen Stadtteil Bonn-Castell der Grundstein für das römische Legionslager „Castra Bonnensia“ gelegt worden sein. Es war eines der größten im Römischen Reich mit zeitweise bis zu 6000 Legionären. Das Lagerzentrum befand sich im Bereich der heutigen Kreuzung Römerstraße (ehemals via principalis) und Nordstraße/Badener Straße (letztere: ehemals via praetoria).
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Um das römische Erbe erlebbar zu machen, wurde im Juni 2024 ein neuer Ausstellungsort eröffnet. Die Präsentationsfläche „Didinkirica“ zeigt auf Wandtafeln, wie das Leben im Lager aussah, und berichtet über Funde. Für jüngere Entdeckende wurde im September 2024 eine Römer-Rallye für Kinder im Grundschulalter ins Leben gerufen, die mit Comic-Römer-Figuren und vielen spannenden Geschichten lockt.
Neben Eindrücken aus der Römerzeit bietet Bonn auch Sehenswürdigkeiten neueren Datums. Dazu gehört das zum Museum umfunktionierte farbenprächtige Geburtshaus von Ludwig van Beethoven, der dort 1770 zur Welt kam. Historisch und zugleich beklemmend wird es am Marktplatz aus dem elften Jahrhundert. Von der Treppe des in den 1730ern erbauten Rathauses im Rokoko-Stil winkten schon Nelson Mandela und Queen Elizabeth II.
Aber auch ein düsteres Kapitel Deutschlands ist hier verewigt: 60 in das Pflaster des Marktplatzes eingelassene Bronze-Buchrücken erinnern an die Werke, die hier von den Nationalsozialisten am 10. Mai 1933 verbrannt wurden. Jedes Jahr am 10. Mai wird am Marktplatz aus den Büchern der verfolgten Autorinnen und Autoren zitiert.
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Augsburg, Bayern
Auch Augsburg zählt zu den ältesten Städten Deutschlands und wird außerdem als älteste Stadt Bayerns gehandelt. Neben der berühmten Puppenkiste werden auch Größen wie Berthold Brecht und die Fugger in Augsburg bekannt. Letztere geben der Stadt bis heute ihren Beinamen – Fuggerstadt. Und noch eine Besonderheit gilt es in der Stadt zu beachten: Augsburg zählt zwar politisch seit 1805 zu Bayern, geografisch ist es aber eher dem Schwabenland zuzuordnen – man könnte auf so manche Einheimische treffen, die auf diese Unterscheidung großen Wert legen.
Augsburg hat es sogar auf die Unesco-Liste der Welterbe geschafft, allerdings nicht mit dem Alter: Vielmehr ist das Wasser dafür entscheidend gewesen, denn Augsburg ist auch als Brunnenstadt bekannt. Die hiesige Wasserwirtschaft hat seit dem Mittelalter zahlreiche Denkmäler hinterlassen, unter anderem vier sogenannte Lechkanäle durch das Lechviertel in der Altstadt oder auch drei riesige Brunnen im Stadtzentrum.
Dazu kommt noch das Wasserwerk am Roten Tor, von denen ein Wasserturm der älteste erhaltene in Mitteleuropa ist. Wer mehr darüber lernen will, kann an der samtags 11.30 Uhr stattfindenden Stadtführung „Wasser in der Stadt“ teilnehmen. Neben den Wasser-Highlights kannst du in Augsburg auch das Geburtshaus des erwähnten Bertholds Brechts besuchen oder dir die Badestuben im Fuggerstadtpalast anschauen. Die Fugger waren eine einflussreiche Augsburger Kaufmannsfamilie, die im 15. und 16. Jahrhundert zu einer der mächtigsten Dynastien Europas wurde. Sie kamen 1367 als Weber nach Augsburg und legten dort den Grundstein für ihr riesiges Familienvermögen.
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