Wer mit dem Auto in den Urlaub startet, sollte die Mautregelungen im Zielland genau prüfen: In vielen europäischen Staaten sind Autobahnen und Schnellstraßen gebührenpflichtig – entweder per Vignette oder streckenbezogener Maut.
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Seit 2026 gilt zudem die überarbeitete Regelung der EU-Richtlinie 1999/62/EG. Sie verpflichtet die Mitgliedstaaten, Mautsysteme für schwere Fahrzeuge stärker an den CO₂-Emissionen auszurichten und zeitabhängige Vignettenmodelle differenzierter zu gestalten.
Parallel dazu wurden in mehreren Ländern die Gebühren angehoben. Gleichzeitig führen einige Staaten neue Tagesvignetten ein, was Kurztrips und Transitfahrten erleichtert. Auch die Digitalisierung schreitet voran: Klassische Klebevignetten werden zunehmend durch elektronische Systeme ersetzt.
Wo eine Vignette erforderlich ist, welche Mautsysteme gelten und mit welchen Kosten du rechnen musst, zeigt dieser Überblick.
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Übersicht
- Maut in Europa: In diesen Ländern benötigst du eine Vignette
- In diesen Ländern in Europa zahlst du 2026 eine streckenbezogene Maut
- In diesen Ländern wird eine Sondermaut fällig
Maut in Europa: In diesen Ländern benötigst du eine Vignette
Die gute alte Vignette, die auf die Frontscheibe geklebt wird, gehört für viele Reisende zum Urlaubsgefühl dazu. Inzwischen gibt es diese oft auch digital, der klassische Aufkleber ist dann nicht mehr nötig. Welche Länder eine Vignette verlangen und wo es Änderungen gab und geben wird, zeigt unser Überblick:
Österreich:
Die Vignette für Österreich gibt es digital und als Aufkleber. Das soll sich ab 2027 ändern, dann gibt es die Vignette nur noch digital. Außerdem müssen Reisende für die Vignette 2026 mehr zahlen. Die Mautgebühr wurde erneut an den Verbraucherpreisindex angepasst und um 2,9 Prozent angehoben. Bereits zum 1. Dezember 2024 wurde die Mautgebühr angepasst, damals wurde sie um 7,7 Prozent erhöht.
- Für Pkw bis 3,5 Tonnen gelten folgende Preise: Tagesvignette 9,60 Euro, Zehn-Tage-Vignette 12,80 Euro, Zwei-Monats-Vignette 32 Euro, Jahresvignette 106,80 Euro.
- Auch für Motorräder muss mehr gezahlt werden: für einen Tag 3,80 Euro, für zehn Tage 5,10 Euro, für zwei Monate 12,80 Euro und für ein Jahr 42,70 Euro.
Neu ist auch, dass ohne gültige österreichische Vignette direkt eine Ersatzmaut fällig wird, die nachträglich in Rechnung gestellt werden kann. Auf Mautsünder kommen bei fehlender oder ungültiger Vignette (Pkw < 3,5t) seit Anfang 2026 dann 200 Euro statt zuvor 120 Euro zu. Bei Motorrädern beträgt diese 100 Euro. Das teilt die österreichische Autobahngesellschaft Asfinag mit. Diese Ersatzmaut wird bei direkter Kontrolle sofort fällig, um ein teureres Verwaltungsstrafverfahren (ab 300 Euro) zu vermeiden.
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Die neue Jahresvignette – für 2025 in der Farbe „Feuerrot“ – gilt wie gewohnt 14 Monate: vom 1. Dezember des Vorjahres bis zum 31. Januar des Folgejahres. Mehr zu Österreichs Mautregeln findest du hier.
Ungarn:
Pkw, Motorräder, Gespanne und Wohnmobile brauchen in Ungarn unabhängig vom Gewicht die E‑Vignette Matrica für Autobahnen und mit einem „M“ gekennzeichnete Schnellstraßen. Diese Vignette ist online oder vor Ort erhältlich.
Inzwischen wird das bestehende System der landesweit gültigen Jahresvignette um regionale Jahresvignetten ergänzt. Seit Anfang 2026 ist unter anderem die regionale Jahres-E-Vignette „M1“ erhältlich. Sie gilt für die westungarischen Komitate Pest, Fejér, Komárom-Esztergom und Győr-Moson-Sopron, fasst der Österreichische Automobil-, Motorrad- und Touring Club (ÖAMTC) auf seiner Seite zusammen.
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Für Autofahrerinnen und Autofahrer aus dem Grenzraum, die regelmäßig nach Sopron, Győr oder Budapest pendeln, stellt diese Variante eine deutlich günstigere Alternative zur landesweiten Jahresvignette dar – die Ersparnis kann bei rund 120 Euro liegen. Allerdings gilt: Regionale Vignetten lohnen sich nur, wenn sich die Fahrten ausschließlich innerhalb der jeweiligen Gültigkeitsbereiche bewegen, betont eine Expertin des ÖAMTC.
Eine weitere Änderung betrifft Camperinnen und Camper: Seit Jahresbeginn unterliegen auch Wohnmobile über 3,5 Tonnen der Vignettenpflicht. Bislang mussten diese Fahrzeuge nur eine streckenabhängige Maut entrichten.
Bulgarien:
Für Bulgariens Nationalstraßen benötigen Fahrzeuge bis 3,5 Tonnen sowie Wohnmobile, unabhängig von ihrem Gewicht, eine elektronische Vignette. Motorräder können die Straßen kostenlos benutzen. Die E-Vignette ist online, in der BGTOLL-App sowie vor Ort an Selbstbedienungsterminals und Verkaufsstellen an den Grenzübergängen erhältlich.
Neu ist, dass Bulgarien seit dem 3. Februar 2026 auch Tages-E-Vignetten anbietet (24-h-Gültigkeit), die speziell Kurzaufenthalte/Transit erleichtern sollen. Sie kosten 8 Bulgarische Lew (BGN) (rund 4 Euro).
Eine Wochenend-Vignette gilt von Freitag, 12 Uhr, bis Sonntag, 23.59 Uhr, und kostet 5,11 Euro. Die Sieben-Tage-Vignette gibt es für 7,67 Euro. Eine Monatsvignette kostet 15,34 Euro. Die Vignette für drei Monate 27,61. Die Vignette für ein Jahr gibt es für 49,60 Euro. Für die Donau-Überquerung Richtung Rumänien müssen zusätzliche Gebühren entrichtet werden.
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Tschechien:
In Tschechien sind Autobahnen und Schnellstraßen – mit wenigen Ausnahmen – für Fahrzeuge bis 3,5 Tonnen vignettenpflichtig (Motorräder ausgenommen). Es sind ausschließlich elektronische Vignetten erhältlich.
Schwerere Fahrzeuge zahlen streckenabhängige Maut mithilfe eines Sendegeräts. Motorräder sind von der Maut befreit. Das gilt auch für Elektro- und Wasserstoffautos, wenn sie vorher angemeldet wurden, sonst zahlen sie die Hälfte des unten genannten Preises.
Zum 1. Januar 2026 wurden die Mautpreise erneut angehoben. Die tschechische Jahresvignette für Pkw kostet nun 2570 Kronen (rund 106 Euro) statt 2440 Kronen (100 Euro). Für 30-Tage-Vignetten werden 480 Kronen (19,80 Euro) fällig, die Zehn-Tage-Vignette kostet 300 Kronen (12,37 Euro). Die Tagesvignette macht 230 Kronen (9,49 Euro).
Slowenien:
Auf den Autobahnen und Schnellstraßen in Slowenien ist die E‑Vinjeta für alle Fahrzeuge verpflichtend. Für die Durchfahrt des Karawankentunnels fällt zusätzlich eine gesonderte Maut an.
2026 gab es weder Preiserhöhungen noch neue Vignettenkategorien. Stattdessen wurde die Vignettenpflicht teilweise gelockert: Seit dem 1. Januar 2026 ist für die Küsten-Schnellstraße sowie die Schnellstraßen H5 und H6 keine E-Vinjeta mehr erforderlich. Nach Angaben des ÖAMTC gilt diese Ausnahmeregelung bis zur Fertigstellung der geplanten Schnellstraße Koper–Dragonja.
Für Motorräder kosten sieben Tage weiterhin 8 Euro, sechs Monate 32 Euro und die Jahresvignette gibt es für 58,70 Euro. Fahrzeuge sowie Wohnmobile bis 3,5 Tonnen mit Eintrag in der sogenannten SA in Zulassungsbescheinigung Teil 1 und festen Wohneinbauten zahlen für die Sieben-Tage-Vignette 16 Euro. 32 Euro werden für einen Monat und 117,50 Euro für ein Jahr fällig. Ist das Fahrzeug an der Vorderachse höher als 1,30 Meter, verdoppeln sich die Gebühren.
Schweiz:
Auf Autobahnen in der Schweiz benötigen alle Fahrzeuge (Pkw und Motorräder) sowie Anhänger bis 3,5 Tonnen eine Jahresvignette als Aufkleber oder in der digitalen Variante. Kurzzeitvignetten gibt es nicht. Schwerere Fahrzeuge müssen eine Schwerlastabgabe zahlen.
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Die Preise haben sich nicht verändert: Die Vignette kostet 2026 weiter 40 Franken (44,50 Euro) und ist im aufgedruckten Jahr sowie im Dezember des Vorjahres und im Januar des Folgejahres gültig, also insgesamt 14 Monate. Für die Benutzung von Tunneln fallen teilweise Extragebühren an, auf die wir weiter unten näher eingehen.
Rumänien:
Auf Rumäniens Nationalstraßen ist die elektronische Vignette Rovinieta für alle Fahrzeuge außer Motorrädern erforderlich. Die Mautabgabe kann online, an Grenzübergängen oder Tankstellen entrichtet werden.
Die Vignette für einen Tag kostet 2,50 Euro, für zehn Tage 3,30 Euro, für einen Monat 5,30 Euro und für zwei Monate 8,40 Euro. Die Jahresvignette ist für 28 Euro erhältlich. Sie ist ab dem gewünschten Startdatum gültig – für genau ein Jahr, also zum Beispiel vom 1. Juli 2026 bis zum 30. Juni 2027. Du kannst sie bis zu 30 Tage im Voraus kaufen.
Für die Donau-Überquerung Richtung Bulgarien fallen zusätzliche Gebühren an.
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Slowakei:
In der Slowakei sind Autobahnen und Schnellstraßen mautpflichtig. Für Pkw, Gespanne und Wohnmobile muss eine E‑Vignette gekauft werden, Motorräder benötigen keine.
Die Preise für die Vignette staffeln sich wie folgt: Ein Tag kostet 5,40 Euro, zehn Tage kosten 12 Euro, ein Monat kostet 17 Euro und die Jahresvignette 60 Euro.
In diesen Ländern in Europa zahlst du 2026 eine streckenbezogene Maut
Neben den Vignetten gibt es noch die sogenannte streckenbezogene Maut. Dabei richtet sich die Höhe der Maut nach der gefahrenen Strecke und du bezahlst diese an Mautstationen auf der Autobahn. Daher ist es immer empfehlenswert, Bargeld der jeweiligen Währung dabeizuhaben, da Kartenzahlung nicht an jeder Mautstation möglich ist. In folgenden Ländern musst du streckenbezogene Maut bezahlen:
- Kroatien – Autobahnen sind weiterhin für alle Fahrzeuge mautpflichtig. Ab Herbst 2026 beginnt jedoch schrittweise die Umstellung auf ein digitales E-Mautsystem, das die bisherigen Mautstationen ersetzt. Die landesweite Einführung ist für den 1. März 2027 vorgesehen.
- Für die Sommerreisesaison 2026 ändert sich noch nichts: Bis einschließlich August kann die Maut wie gewohnt an den Mautstellen bezahlt werden. Langfristig soll das neue System den Verkehrsfluss verbessern und die Abwicklung – insbesondere für Urlauberinnen und Urlauber – erleichtern.
- Italien – hier sind die meisten Autobahnen gebührenpflichtig, Schnellstraßen nicht
- Frankreich – Maut wird auf Autobahnen fällig, Tunnel und Brücken kosten extra
- Spanien – Maut auf Autobahnen, Stadtautobahnen sind meist mautfrei
- Portugal – Die Autobahnen sind überwiegend gebührenpflichtig
- Irland – Maut wird für die meisten Autobahnen, Brücken und Tunnel berechnet
- Polen – öffentliche Autobahnen sind für Fahrzeuge bis 3,5 Tonnen mautfrei, sogenannte Konzessionsautobahnen sind mautpflichtig
- Griechenland – auf dem Festland sind die meisten Autobahnen für alle Fahrzeuge mautpflichtig
- Großbritannien – gebührenfrei bis auf einen Abschnitt der Autobahn M6, einige Tunnel, Brücken sowie die Innenstädte von Durham und London
- Norwegen – Einige Tunnel, Brücken und Streckenabschnitte sowie Städte und Ortschaften sind für Pkw gebührenpflichtig. Die Maut wird elektronisch mit Epass24 abgerechnet, Fahrzeuge müssen vorher angemeldet werden.
- Bosnien-Herzegowina – Maut für einige Straßenabschnitte und Autobahnen
- Serbien – Schnellstraßen und Autobahnen sind für alle Fahrzeuge gebührenpflichtig
- Montenegro – Auf der Autobahn 1 und im Sozina-Tunnel wird Maut kassiert
- Nordmazedonien – Maut auf den Autobahnen 1, 2 und 4
- Türkei – Hier sind alle Autobahnen sowie einige Brücken und Tunnel mautpflichtig
- Belarus/Weißrussland – einige mautpflichtige Straßen, jedoch nicht für Motorradfahrerinnen und ‑fahrer
Der ADAC bietet einen speziellen Maut-Rechner an, mit dem du dir vor deinem Urlaub genau ausrechnen kannst, wie viel Mautgebühr du zahlen musst.
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In diesen Ländern wird eine Sondermaut fällig
Als wäre das alles bislang nicht genug, verlangen manche Länder noch eine zusätzliche Maut für Tunnel, Pässe oder Brücken. Einige davon liegen auf dem Weg in den Urlaub oder direkt im angesteuerten Urlaubsland. Das sind die wichtigsten Tunnel und Pässe, für die du zahlen musst (Pkw-Preise 2026 für eine einfache Fahrt).
- Österreich – Arlbergtunnel: 13 Euro, Brenner-Pass: 12 Euro, Felbertauern-Tunnel: 13,50 Euro, Großglockner-Hochalpenstraße: 46,50 Euro (Tageskarte), Tauern- und Katschberg-Tunnel: 15 Euro, Bosruck-Tunnel: 7 Euro, Gleinalm-Tunnel: 12 Euro
- Schweiz – Großer St.-Bernhard-Tunnel: 31 Euro, Lötschberg-Tunnel (Autoverladung): 26 bis 28 Euro, Gotthard- und San-Bernardino-Tunnel vignettenpflichtig
- Slowenien – Karawanken-Tunnel: 9 Euro
- Frankreich – Mont-Blanc-Tunnel: 55,50 Euro: einfache Fahrt Frankreich Richtung Italien; 56,40 Euro: einfache Fahrt Italien Richtung Frankreich
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