Reisen um die Welt Wie der am dichtesten besiedelte Ort der Welt zum Lost Place wurde

Wie der am dichtesten besiedelte Ort der Welt zum Lost Place wurde

Lost Places versprühen eine ganz besondere Faszination und sind schon seit vielen Jahren ein echter Trend unter Reisenden und Abenteuerlustigen. Einer der wohl berühmtesten Lost Places ist Hashima vor der Westküste der Präfektur Nagasaki in Japan. Wegen ihrer Form, die an ein Kriegsschiff erinnert, wird das Eiland auch Gunkanjima (japanisch für Kriegsschiff-Insel) genannt.

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Das Außergewöhnliche an dem Lost Place: Vor gar nicht allzu langer Zeit war der gerade mal 0,063 Quadratkilometer große Flecken im Meer die am dichtesten besiedelte Insel der Welt. Heute ist von den einstigen Einwohnerinnen und Einwohnern nur noch eine Geisterstadt übrig. Auf Hashima wohnt niemand mehr – aus einem ganz einfachen Grund.

Hashima war eine Bergbau-Insel

Die Geschichte der Insel reicht bis ins Jahr 1887 zurück, als der Kohleabbau in der Region begann. Unter Hashima befand sich ein großes Kohlevorkommen im Meer, das abgebaut werden sollte. Hintergrund war die wachsende Bedeutung fossiler Brennstoffe und die schnell fortschreitende Meiji-Industrialisierung Japans. Die Kohlevorkommen der Insel wurden zudem insbesondere im boomenden Schiffbau benötigt, informiert die japanische Tourismusbehörde.

Weiterlesen nach der AnzeigeWeiterlesen nach der AnzeigeWegen ihrer Form wird Hashima auch Kriegsschiff-Insel genannt.Quelle: imago images/Westend61

1890 übernahm der japanische Konzern Mitsubishi die Insel, mit dem Ziel, dort eine Musterstadt für Arbeitende im Bergbau zu errichten. In den 1910er-Jahren begann Mitsubishi mit dem Bau von mehrstöckigen Betonwohnhäusern, Schulen, Geschäften, einem Krankenhaus und sogar einem Bordell. Die Infrastruktur wurde dem extrem begrenzten Raum angepasst – Hashima misst lediglich 160 Meter in der Breite und 480 Meter in der Länge.

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Bevölkerungsdichte auf Rekordniveau

1959 erreichte die Bevölkerung mit über 5.000 Menschen ihren Höhepunkt. Damit kamen auf jede Person rechnerisch nur rund 9,9 Quadratmeter Fläche – ein Rekordwert, der Hashima zur am dichtesten besiedelten Insel der Welt machte. Während des Zweiten Weltkriegs wurden auf der Insel jedoch auch Zwangsarbeiter aus China und Korea zur Arbeit in den gefährlichen Kohleminen eingesetzt.

Berichten zufolge starben etwa 1300 Menschen unter den extremen Bedingungen. Diese Aspekte der Inselgeschichte sorgen bis heute für kontroverse Diskussionen, vor allem im Zusammenhang mit dem Unesco-Welterbestatus, den Hashima 2015 als Teil der „Meiji-Industrialisierungsstätten Japans“ erhielt.

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Die Insel wird zu einem Lost Place

Mit dem weltweiten Rückgang der Kohlenachfrage in den 1960er-Jahren verlor Hashima rapide an Bedeutung. 1974 stellte Mitsubishi den Bergbaubetrieb endgültig ein, die Bevölkerung verließ die Insel binnen kürzester Zeit – mitsamt Hab und Gut. Seitdem ist Hashima unbewohnt und dem natürlichen Zerfall überlassen.

Die Bewohner haben die Insel längst verlassen. Ihre Wohnungen verfallen.Quelle: imago/Kyodo News

Die leer stehenden Hochhäuser, Fabriken und Wohnanlagen sind mittlerweile stark verfallen. Pflanzen sprießen durch Mauerritzen, Dächer sind eingestürzt und Fenster zerborsten. Hashima wirkt heute wie eine postapokalyptische Kulisse. Genau das macht die Insel aber zu einem Anziehungspunkt für Fotografinnen und Fotografen sowie Lost-Places-Fans aus aller Welt.

Das müssen Reisende auf Hashima beachten

Ein Besuch der schaurig-schönen Insel ist durchaus möglich. Dabei müssen Reisende aber ein paar Regeln beachten. Aufgrund des Unesco-Status schützt die Regierung die Ruinen mittlerweile streng. Der Besuch ist nur im Rahmen geführter Touren erlaubt, da viele Gebäude einsturzgefährdet sind. Einige Teile der Insel dürfen aus Sicherheitsgründen gar nicht betreten werden.

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Die offiziellen Bootstouren mit Guides legen am Hafen von Nagasaki ab und erreichen nach einer rund 40-minütigen Fahrt die Kriegsschiff-Insel. Die Kosten für die Tour liegen bei rund 26,50 Euro pro Person. Hinzu kommt eine kleine Eintrittsgebühr zur Insel von rund 1,80 Euro. Wer die Reise nach Japan nicht antreten möchte oder sich einen Einblick aus der Ferne verschaffen will, kann Hashima auch auf Google Maps per Street View erkunden.

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