Unvorstellbar: Estland ist nicht einmal 46.000 Quadratkilometer groß, hat aber 2317 Inseln! Das kleine Land, das im Baltikum an der Ostsee liegt, westlich von Russland und nördlich von Lettland und nur eine kurze Fährfahrt von Finnland entfernt, gilt bisher als eher wenig besuchtes Reiseziel. Wenn von Urlaub auf Estland die Rede ist, dann meist in der Hauptstadt Tallinn mit seiner malerischen Altstadt oder in Tartu, der Kulturhauptstadt 2024.
📑 Inhaltsverzeichnis▼
- 1.1. Saaremaa
- 2.2. Muhu
- 3.3. Hiiumaa
- 4.Estland: Die schönsten Reiseziele und weitere Infos für den Urlaub
- 5.Urlaub im Baltikum: Jede Menge Vielfalt in Estland
- 6.Küsse und Kultur: Tartu in Estland ist Kulturhauptstadt 2024
- 7.4. Vormsi
- 8.5. Kihnu
- 9.6. Ruhnu
- 10.7. Vilsandi
- 11.Kein Massentourismus: Diese Inseln in Europa versprechen ruhigen Urlaub
- 12.Ruhe im Urlaub: Die entspanntesten Inseln in Europa
- 13.Neuer Wanderweg führt durch Estland, Lettland und Litauen
- 14.8. Aegna
- 15.9. Naissaar
- 16.10. Piirissaar
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Estland hat aber auch eine attraktive Inselwelt. Denn obwohl die wenigsten der vielen Inseln überhaupt bewohnt sind, gibt es einige, die Sehenswürdigkeiten oder Aktivitäten für Reisende bieten. Dies sind unsere Favoriten.
1. Saaremaa
Wenn es um Estlands Inseln geht, fällt ein Name immer zuerst: Saaremaa. Die größte Insel des Landes umfasst 2672 Quadratkilometer und gilt sogar als eine der größten Inseln der Ostsee. Um sie zu erreichen, nimmst du von Virtsu auf dem Festland zunächst die Fähre nach Muhu (etwa 30 Minuten). Diese Insel ist per Damm mit Saaremaa verbunden, sodass du entweder mit dem Auto weiterfährst oder einen Bus nimmst. Alternativ gibt es sogar eine Flugverbindung nach Saaremaa ab Tallinn.
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Die Inselhauptstadt heißt Kuressaare und ist ein geschichtsträchtiger Kurort. Ein Highlight dort ist das sogenannte Schloss Kuressaare, eigentlich eine frühere Bischofsburg aus dem Jahr 1384. Heute ist dort ein Museum angesiedelt. Es lohnt sich, durch den Ort zu schlendern oder einen Spaziergang am Meer entlang zu machen.
Wenn du durch das Inselinnere von Saaremaa reist, geht es oft durch Wald, bis du irgendwann zu einem gemütlichen Dorf mit Reetdachhäusern oder einer der vielseitigen historischen Sehenswürdigkeiten gelangst. Zu den schönsten Attraktionen der Insel gehören der im Sommer zu besteigende Leuchtturm von Sõrve (der höchste Leuchtturm der Ostsee mit 53 Metern) sowie der Mühlenberg von Angla mit traditionellen Bockmühlen. Auch die historischen Schiffe von Salme, erst 2008 geborgen, sind einen Besuch wert.
Natürlich kommen auch Naturliebhaber auf Saaremaa auf ihre Kosten. Da gibt es zum Beispiel das Meteoritenkraterfeld von Kaali, das rund 7600 Jahre alt sein soll. Der tiefste Krater hat einen Durchmesser von etwa 110 Metern und ist 22 Meter tief. Auch die Steilküste Panga solltest du nicht verpassen. Die höchsten Felsen erreichen gut 21 Meter, und das Erholungsgebiet daneben ist ideal zum Entspannen oder Picknicken – mit bestem Blick auf den Sonnenuntergang.
2. Muhu
Wie wir soeben erwähnt haben, musst du vom estnischen Festland zunächst mit der Fähre nach Muhu übersetzen, um nach Saaremaa zu gelangen. Die meisten Reisenden fahren auch direkt weiter – was schade ist, denn Muhu hat einige Attraktionen zu bieten, die kaum jemand kennt.
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Ein besonderes Juwel ist das Inseldorf Koguva im Westen, von Steinmauern umarmt. Dort findest du die typische Bauernhausarchitektur Estlands sowie das Muhu Museum. Auch einige der ältesten Kirchen des Landes stehen in Koguva, darunter die St.-Katharinen-Kirche.
Was du vielleicht nicht auf einer winzigen estnischen Insel erwartet hättest: Muhu beheimatet eine Straußenfarm! Die „Ostrich Farm“ ist ein Spaß für Familien mit Kindern, da sich dort auch noch andere Tiere wie Zebras, Alpakas und Kängurus sammeln.
Die Insel ist weitestgehend naturbelassen mit viel Wald, zahlreichen Findlingen, einer zerklüfteten Felsenküste im Norden und schönen Stränden im Süden. Wenn du gerne Fahrrad fährst, lohnt es sich, von deiner Unterkunft eins zu leihen und die Landschaft entspannt zu erkunden. Und sehr wahrscheinlich kommst du dabei sogar an der einen oder anderen Bockwindmühle oder einer Holländermühle vorbei.
3. Hiiumaa
Hiiumaa, nördlich von Saaremaa und Muhu gelegen, ist die zweitgrößte Insel Estlands mit etwa 1000 Quadratkilometern. Du erreichst sie von Rohuküla auf dem Festland aus per Fähre – oder per Flieger ab Tallinn. Solltest du die Insel im Winter besuchen wollen, kannst du theoretisch, je nach Wetterbedingungen, auch laufen oder mit dem Auto über die Ostsee fahren – über die angeblich längste Eisstraße Europas!
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Das erste Stichwort, das im Zusammenhang mit der Insel Hiiumaa fällt, ist „Leuchttürme“. Es gibt nämlich drei historische Leuchttürme: Ristna und Tahkuna sowie Kõpu, ein Inselwahrzeichen, das bereits im 16. Jahrhundert errichtet wurde. Damit zählt er zu den ältesten Leuchttürmen weltweit! Da er zudem auf dem höchsten Inselgipfel steht, nämlich auf 67 Metern Höhe, und selbst 36 Meter misst, bietet sich von dort ein toller Weitblick.
Ein absolutes Highlight von Hiiumaa ist zudem die Halbinsel Kassari: Dort erwartet dich einer der angeblich romantischsten Orte des Landes, Sääretirp. Die Landzunge ist ein teils begrünter, teils geröllüberzogener Höhenrücken. Am Ufer wachsen unter anderem auch Meerkohl-Pflanzen, deren weiße Blüten besonders hübsch anzusehen sind.
Hiiumaa ist zudem ein Wanderparadies, sogar für Langstreckenwanderer. Vom Hafen Heltermaa aus führt gar ein 234 Kilometer langer Wanderweg bis nach Seeretirp. Die Landschaft besteht vielerorts aus Wald mit unzähligen Wacholderhainen. Da die ganze Insel als Unesco-Biosphärengebiet gilt, darfst du dich dort auf besonders reine Luft und wenig Lichtverschmutzung freuen.
Falls du dich nicht vegetarisch oder vegan ernährst, solltest du die lokale Inselküche probieren: Als Spezialitäten gelten Fisch und Lamm, aber auch leckere Säfte und Hiiu-Brot.
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4. Vormsi
Vormsi ist nur etwa 92 Quadratkilometer groß und liegt zwischen Hiiumaa und dem estnischen Festland. Sie ist ebenso durch eine Fährverbindung ab Rohuküla oder aber ab Sviby mit dem Festland verbunden. Wenn du vor Ort rote Holzhäuschen siehst und dich nach Schweden versetzt fühlst, hat das einen Grund: Einst siedelten auf Vormsi schwedische Seefahrer, und noch bis ins Jahr 1944 bewohnten Schwedinnen und Schweden die Insel.
Die viertgrößte Insel Estlands ist ein Synonym für Ruhe und Entspannung, denn die nur etwa 350 Inselbewohnerinnen und Inselbewohner haben „Eile“ gar nicht im Wortschatz. Zu den schönsten Attraktionen zählen der Leuchtturm Saxby von 1864, von dessen Spitze sich ein toller Inselblick eröffnet.
Kulturell ist die St.-Olai-Kirche ein Must-see, denn sie ist ein bedeutendes Inseldenkmal – obwohl ihr der Turm fehlt! Deswegen hängt die Kirchenglocke einfach über der Tür. Wenn du gerne wanderst, hat Vormsi gleich mehrere Wanderwege zur Auswahl, darunter den 6,7 Kilometer langen Weg vom Dorf Rumpo die angrenzende Halbinsel hinunter. Oder du begibst dich auf den Rundweg ab dem faszinierenden, etwa 400 Millionen Jahre alten Kalksteinhügel Huitberg.
5. Kihnu
Die kleine Insel Kihnu ist vom Festland mit der Fähre ab Munalaid zu erreichen und hat ihren ganz eigenen Charakter. Sie gilt als „Insel der Seefahrer, Fischer und Frauen“ – und ihre Folklore wurde sogar ins Unesco-Welterbe aufgenommen. Zu dieser Folklore gehören Musik und Tanz, die besonders die Inselfrauen geprägt haben. Noch immer erlebst du sie manchmal in ihren traditionellen, überwiegend roten Trachten mit Streifenröcken.
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Außerdem ist es noch immer normal, historische Sowjet-Motorräder in Gebrauch zu sehen, ausgestattet mit Beiwagen, die vor allem die Frauen als Transportmittel nutzen. Ein spannender Ort, um in die Inselgeschichte einzutauchen, ist das Kihnu Museum ebenso wie der Traditionsbauernhof Metsamaa.
Um die gesamte Insel zu erkunden, gibt es einen besonderen Rundweg namens Kihnu Reesuratas, der dich zu sämtlichen Highlights der Insel führt, sei es das Inselmuseum, die Kirche des St. Nikolai, der Handarbeitsladen oder der Traditionsbauernhof. Unser besonderer Tipp ist, Kihnu zu Feiertagen wie am Katharinentag oder an Weihnachten zu besuchen, denn dann werden die Inseltraditionen besonders farbenfroh ausgelebt.
6. Ruhnu
Ruhnu ist die südlichste estnische Insel und liegt näher an Lettland als Estland im Golf von Riga. Fähren verbinden das nicht einmal 100 Menschen zählende Inselchen ab den Häfen von Pärnu, Munalaiu oder Roomassaare auf Saaremaa. Genau wie auf Vormsi lebten auch auf Ruhnu bis ins Jahr 1944 viele Schwedinnen und Schweden, die während des Zweiten Weltkriegs in ihre Heimat zurückkehrten.
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Weithin sichtbar ist der rote Leuchtturm von Ruhnu, errichtet 1877, der auf dem Berg Håubjärre thront. Der Baumeister war übrigens kein Geringerer als Gustave Eiffel, der auch den Pariser Eiffelturm errichtete! Außerdem beheimatet Ruhnu den ältesten noch erhaltenen Holzbau Estlands, die Kirche St. Magdalenen von 1643.
Nur zwei Meter entfernt befindet sich die neue Inselkirche. Nur ihr Dach besteht aus Holz, der Kirchenbau selbst aber aus Stein. Möchtest du mehr über die Inselgeschichte erfahren, ist das Museum von Ruhnu die richtige Adresse. Dort findest du unter anderem teils 8000 Jahre altes Werkzeug sowie Objekte, die die früheren Robbenfänger nutzten.
7. Vilsandi
Reizt es dich, einmal eine Insel mit nur einem Einheimischen zu besuchen? Dann bist du auf Vilsandi richtig. Der einzige Bewohner ist übrigens der Inselwärter! Das Eiland befindet sich oberhalb des nordwestlichsten Teils von Saaremaa. Von dort, nämlich von dem Ort Papissaare, legt auch ein Boot nach Vikati auf Vilsandi ab – du solltest allerdings vorbuchen.
Vilsandi steht vor allem für den 1910 gegründeten Nationalpark Visandi, der als maritimster Nationalpark Estlands gilt. Dort erlebst du vor allem viele Robben und genauso viele Orchideen. 30 verschiedene Orchideenarten soll das Inselchen beheimaten, neben endemischem Rohrglanzgras und Ginsterrohr. Auch Vogelliebhaberinnen und Vogelliebhaber dürfen sich freuen: Vilsandi ist ein beliebter Rastplatz für Zugvögel, und im Frühling wird es am Himmel besonders bunt und laut.
Den besten Überblick schenkt dir der Vilsandi-Leuchtturm, und auch die Fossil-Kalksteinterrassen sind einen Besuch wert. Es gibt zwei Wanderwege, einen von acht Kilometern auf Suur-Vilsandi zu Korallenriffen am Südufer, am Leuchtturm vorbei und zum Nordufer, sowie einen auf der zu Vilsandi gehörenden Insel Vesiloo im Norden.
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8. Aegna
Möchtest du Tallinn besuchen und hast nicht allzu viel Zeit, in Estland herumzureisen, kannst du trotzdem einen Tagesausflug zu einer der zehn schönsten Inseln machen: Aegna. Das drei Quadratkilometer große Inselchen liegt nur 14 Kilometer vor Tallinn in der Ostsee, und du kannst auch von der Hauptstadt per Boot auf die Insel übersetzen.
Aegna besteht überwiegend aus Wald und ist daher ein optimales Naherholungsziel für die Großstädterinnen und Großstädter. Die Küstenlinie von etwa zehn Kilometern lässt sich gut zu Fuß umrunden und lädt mit Dünen zum Picknicken oder Sonnenbaden ein.
Eine Besonderheit der Insel sind zwölf mysteriöse Kreise an der Klippe. Wenn du mehr über die Geschichte Aegnas erfahren möchtest, empfiehlt sich eine geführte Tour, die nicht nur die Kreise umfasst, sondern auch den alten Inselfriedhof.
9. Naissaar
Ebenfalls nur zehn Kilometer vor Tallinn in der Ostsee liegt die Insel Naissaar, die genau wie Vilsandi nur noch einen Bewohner hat. Das gesamte Inselchen steht unter Naturschutz und ist ein beliebtes Tagesausflugsziel für Reisende. Du kannst entweder vom Hafen am Fischmarkt in Tallinn oder vom Hafen Pirita eine Fähre zu der Insel nehmen, allerdings nur zwischen Ende Mai und Mitte September.
Naissaar ist sogar Estlands fünftgrößte Insel mit knapp 19 Quadratkilometern und lässt sich auf schönen Wegen erwandern. Du solltest auch Badekleidung einpacken, denn es gibt einen langen Sandstrand. Außerdem ist der Leuchtturm von Naissaar einen Besuch wert, ebenso wie das Naissaar Kriegsmuseum.
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Dort lernst du auch, dass die Insel einst weitaus mehr bewohnt war, 1913 aber alle Menschen vertrieben wurden. Und zwar vom Militär, das die Kontrolle gewann.
10. Piirissaar
Als Letztes stellen wir dir eine Insel vor, die mit den anderen nur wenig gemein hat – sie liegt nämlich nicht einmal in der Ostsee! Stattdessen findest du das 7,8 Quadratkilometer große Inselchen Piirissaar im Peipussee an der russischen Grenze. Du kannst von dem Ort Laaksaare mit der Fähre übersetzen.
Piirissaar ist vor allem kulturell höchst interessant, denn es besteht aus einer Gemeinde sogenannter russischer Altgläubiger – Menschen christlichen Glaubens, die jedoch nicht mehr der russisch-orthodoxen Kirche angehören. Mehr darüber erfährst du im Museum des Alten Gläubigers auf der Insel.
Darüber hinaus hat Piirissaar zwei Schutzgebiete, einen Lebensraum für verschiedene Vogelarten, Frösche und Pflanzen. Sehenswert ist auch das Dorf Piiri, wo neben Gemüse besondere Zwiebeln angebaut werden. Am besten erkundest du die Insel mit dem Fahrrad oder im Rahmen einer geführten Tour.
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