Reisen um die Welt Nipah-Virus: Länder verschärfen Einreisekontrollen – das raten Experten

Nipah-Virus: Länder verschärfen Einreisekontrollen – das raten Experten

In Asien haben mehrere Länder nach einem Ausbruch des Nipah-Virus die Einreise- und Gesundheitskontrollen in Flughäfen und an Grenzen verschärft. Auslöser waren Infektionen bei zwei Mitarbeitern eines Privatkrankenhauses in Indien.

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Das durch Flughunde übertragene Virus kann durch engen Kontakt und Tröpfcheninfektion auch von Mensch zu Mensch weitergegeben werden. Einen Impfstoff oder helfende Medikamente gegen das Virus gibt es bisher nicht – die Sterblichkeitsrate liegt bei 40 bis 75 Prozent. Die europäische Gesundheitsbehörde <a href="https://www.ecdc.europa.eu/en/news-events/nipah-virus-disease-cases-reported-west-bengal-india-very-low-risk-europeans?fbclid=IwY2xjawPpYCVleHRuA2FlbQIxMABzcnRjBmFwcF9pZBAyMjIwMzkxNzg4MjAwODkyAAEe_-UYXpQB5fvGWGSy4k6LWbbx3IvGRQk8ZaBwQnR31I2ij5406zhxuzZNcr8_aem_0tSYSeAx_dPk6L16Pvuzrw» target=»_blank» rel=»nofollow» title=»https://www.ecdc.europa.eu/en/news-events/nipah-virus-disease-cases-reported-west-bengal-india-very-low-risk-europeans?fbclid=IwY2xjawPpYCVleHRuA2FlbQIxMABzcnRjBmFwcF9pZBAyMjIwMzkxNzg4MjAwODkyAAEe_-UYXpQB5fvGWGSy4k6LWbbx3IvGRQk8ZaBwQnR31I2ij5406zhxuzZNcr8_aem_0tSYSeAx_dPk6L16Pvuzrw» data-vars-event-category=»intext_link» data-vars-event-action=»click» data-vars-event-label=»https://www.ecdc.europa.eu/en/news-events/nipah-virus-disease-cases-reported-west-bengal-india-very-low-risk-europeans?fbclid=IwY2xjawPpYCVleHRuA2FlbQIxMABzcnRjBmFwcF9pZBAyMjIwMzkxNzg4MjAwODkyAAEe_-UYXpQB5fvGWGSy4k6LWbbx3IvGRQk8ZaBwQnR31I2ij5406zhxuzZNcr8_aem_0tSYSeAx_dPk6L16Pvuzrw»>ECDC und Experten des Krisenwarndienstes A3M haben nun eingeschätzt, wie wahrscheinlich eine Ausbreitung ist und welche Auswirkungen die Einreisemaßnahmen in Asien für Reisende haben. Ein Überblick.

Übersicht

Wie verbreitet ist das Nipah-Virus in Indien?

Bereits Ende Dezember 2025 wurde das Nipah-Virus im indischen Bundesstaat West Bengal bei den beiden Personen aus dem Gesundheitswesen bestätigt und den entsprechenden Behörden gemeldet.

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Die indischen Behörden hätten sofort eine massive Kontaktverfolgung gestartet. Alle bekannten Kontaktpersonen der Infizierten seien identifiziert, so A3M. 197 Menschen wurden in Quarantäne geschickt. Alle Tests fielen negativ aus, niemand zeige Symptome, heißt es vom ECDC. Üblicherweise beträgt die Inkubationszeit des Nipah-Virus vier bis 14 Tage.

In Indien kam es zu einem Ausbruch des Nipah-Virus. Die indischen Behörden konnten aber alle Kontaktpersonen der Infizierten identifizieren und in Quarantäne befördern.Quelle: IMAGO/Pond5 Images

Symptome und Übertragung des Nipah-Virus durch Flughunde

Die Symptome reichen von Fieber über Kopfschmerzen bis zu Atembeschwerden und Bewusstseinsstörungen. Außerdem kann das Virus eine Hirnentzündung (Enzephalitis) verursachen. Von den Überlebenden einer Enzephalitis leidet etwa jeder Fünfte unter langfristigen neurologischen Komplikationen wie wiederkehrenden Krampfanfällen, extremer Müdigkeit oder Verhaltensänderungen. In seltenen Fällen kann es sogar Jahre nach der Genesung zu einem Rückfall der Hirnentzündung kommen, der tödlich verlaufen kann.

Übertragen wird das Nipah-Virus von Flughunden auf den Menschen unter anderem durch den Konsum von Dattelpalmensaft. In einigen Regionen ist der morgendliche Verzehr von dem süßen Baumsaft kulturell üblich, während Flughunde nachts denselben Saft trinken. Auch über angeknabberte Früchte kann das Virus übertragen werden. Laut führenden Virologen wird das Risiko einer Übertragung zusätzlich durch Entwaldung und den Klimawandel erhöht, indem die Flughunde in Siedlungen vordrängen.

Weiterlesen nach der AnzeigeWeiterlesen nach der AnzeigeWenn Menschen und Flughunde den selben Dattelpalmensaft trinken, ist für den Menschen eine Infektion mit dem Nipah-Virus möglich.Quelle: IMAGO/ABACAPRESS

Ausbreitung: Inwiefern betrifft das Nipah-Virus Reisende aus Europa?

Eine Ausbreitung des Nipah-Virus in Europa sei aber sehr unwahrscheinlich, so das ECDC. Denn: Nur durch eine Einschleppung über infizierte Reisende könne das Virus nach Europa gelangen. Da es aber in Europa keine Flughunde gibt, die das Virus übertragen, sei das Risiko einer Weiterverbreitung nach einer möglichen Einschleppung sehr gering.

Anders sieht es in Teilen Asiens aus. Flughunde sind unter anderem am Indischen Ozean, im südlichen Asien, Australien und im westlichen Ozeanien verbreitet. In Indien ist dies bereits der siebte dokumentierte Ausbruch des Nipah-Virus – und der dritte in Westbengalen seit 2021. Weitere Ausbrüche wurden in der Vergangenheit laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) im südlichen Bundesstaat Kerala verzeichnet.

Flughunde übertragen das Nipah-Virus auf den Menschen. Die Säugetiere leben zum Teil in Asien. In Europa gibt es die Tiere nicht.Quelle: IMAGO/ABACAPRESS

Die WHO schätzt das Risiko einer weiteren Ausbreitung des Nipah-Virus durch die derzeitigen Fälle in Indien aber als gering ein. Bislang gebe es keine Hinweise auf eine verstärkte Übertragung von Mensch zu Mensch, heißt es.

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Im Hinblick auf das chinesische Neujahrsfest am 17. Februar in vielen Ländern Ostasiens und Südostasiens, haben dennoch zahlreiche asiatische Staaten präventive Maßnahmen ergriffen. Reisende aus Europa kommend sind davon allerdings nicht betroffen.

In Bangkok wird am Flughafen bei Reisenden unter anderem mit Wärmebildkameras die Körpertemperatur bestimmt. Fieber ist ein Hinweis auf das Nipah-Virus, dessen mögliche Ausbreitung frühzeitig erkannt werden soll.Quelle: IMAGO/Anadolu Agency

Nipah-Virus: Diese Einreisebestimmungen gibt es in asiatischen Ländern

Folgende Einreise- und Gesundheitskontrollen gibt es an asiatischen Flughäfen aufgrund des Nipah-Virus.

  • Thailand: Wer aus Kolkata und Umgebung in Westbengalen anreist, muss vor der Einreise ein Gesundheitsformular ausfüllen. Bei Symptomen wie Fieber müssen sich Flugreisende im Vorfeld ein „fit-to-fly“ Zertifikat bei einem Arzt einholen. Zusätzlich werden an den Flughäfen in Bangkok und Phuket Temperaturmessgeräte und Wärmebildkameras eingesetzt.
  • Nepal: Als Nachbarland hat Nepal die Gesundheitskontrollen an diesen Grenzübergängen nach Indien erhöht: Gauriphanta und Khakaruna in Kailali, Khalanga in Darchula, Jhulgahat in Baitadi und Gaddachauki in Kanchanpur.
  • Pakistan: An allen Grenzen mit Indien hat auch Pakistan Gesundheitskontrollen erlassen. Außerdem müssen sich Reisende einen Reiseverlauf ausfüllen, der die letzten 21 Tage umfasst.
  • Singapur: Tägliche Gesundheitskontrollen erfahren in Singapur Arbeitsmigranten nach ihrem Besuch in Westbengalen. Am Singapore Changi Airport werden konkrete Gesundheitskontrollen nur bei ausgewählten Flügen aus Westbengalen durchgeführt.
  • Hongkong: Sporadische Gesundheitskontrollen für Reisende aus Indien existieren auch am Hong Kong International Airport.
  • Kambodscha: Zwar gibt es keine konkreten Maßnahmen an Flughäfen, dennoch mahnt das Land zur erhöhten Hygiene sowie zur Meldung beim Auftreten bestimmter Symptome.
  • Vietnam: Am internationalen Flughafen in Ho Chi Minh bestehen Gesundheitskontrollen vor allem für Reisende, die aus Risikogebieten (Kolkata und Umgebung) einreisen. Zusätzlich gibt es stichpunktartige Kontrollen in Form von Temperaturmessungen.
  • Indonesien: Am Flughafen in Bali werden ebenfalls Gesundheitskontrollen in Form von Temperaturmessungen durchgeführt. Diese gelten für Reisen aus dem Inland wie auch aus dem Ausland.
  • Myanmar: Auch burmesische Behörden haben Gesundheitskontrollen am Flughafen in Rangun (RGN) eingeführt. Plakate und Flugblätter weisen zusätzlich auf Hygienemaßnahmen und den Umgang mit Symptomen hin.

Diese Viren haben laut Experten Potenzial für eine Epidemie

Potenzial für eine Epidemie oder gar Pandemie bietet der derzeitige Ausbruch des Nipah-Virus in Indien also nicht. Experten haben aber zwei Viren identifiziert, die ein erhebliches Potenzial für zukünftige Epidemien beim Menschen bergen würden: Influenza D und das canine Coronavirus HuPn-2018.

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Laut den Fachleuten der US-Gesundheitsbehörden CDC deuten die bislang verfügbaren Daten über die beiden neuen Viren darauf hin, „dass sie eine erhebliche Bedrohung für die öffentliche Gesundheit darstellen“. Als Grund geben sie in ihrem Bericht vor allem eine fehlende Diagnostik und Überwachung der Viren an, schreibt das Schweizer Nachrichtenportal „20 Minuten“.

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Infektionen mit Influenza D (IDV) wurden bei zahlreichen Tieren festgestellt, darunter Schweine, Rinder, Hirsche, Lamas, Kamele, Giraffen, Kängurus und Gnus. Antikörper fanden Forschende auch beim Menschen. In Florida beispielsweise hatten 97 Prozent der Personen, die in der Viehhaltung tätig sind, Antikörper gegen IDV.

Das Canine Coronavirus HuPn-2018 (CCoV-HuPn-2018) wurde erstmals bei einem Kind in Malaysia entdeckt, das wegen einer Lungenentzündung ins Krankenhaus musste. Seither konnte es in Vietnam, Thailand, Haiti und Arkansas nachgewiesen werden. Dabei ähneln alle Stämme dem Ursprungsvirus aus Malaysia – in Vietnam sogar fast zu 100 Prozent.

Doch auch von altbekannten Viren gehe weiterhin ein Risiko aus. Etwa Influenza A, wovon besonders das Vogelgrippe-Virus H5N1 im Fokus steht. Mpox, das früher als Affenpockenvirus bezeichnet wurde. Sowie das Virus Oropouche, das durch Gnitzen übertragen wird. Alle drei Viren gelte es 2026 im Auge zu behalten, so Patrick Jackson, Assistenzprofessor für Infektionskrankheiten an der University of Virginia, in einem Gastbeitrag.

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