Reisen um die Welt Schwere Unwetter in Spanien, Portugal und Marokko: Das müssen Reisende wissen

Schwere Unwetter in Spanien, Portugal und Marokko: Das müssen Reisende wissen

Ganze Straßen stehen unter Wasser, Häuser haben keine Dächer mehr und Tausende Menschen müssen evakuiert werden. Die Iberische Halbinsel und Teile Marokkos werden seit einigen Wochen von extremen Unwettern heimgesucht – und Besserung ist kaum in Sicht.

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Eine selten beobachtete Reihe von Stürmen zog seit Mitte Dezember aus westlicher Richtung über den Atlantik und brachte riesige Wellen und große Tiefdruckgebiete mit sich. An Land treffen diese nun täglich auf wärmere Schichten. Die Folge: Wassermassen, die sonst in einem ganzen Monat fallen, regnen jetzt an einem Tag ab.

Spanien und Portugal: Evakuierungen und steigende Pegel

Die heftigen Niederschläge haben auf der gesamten Iberischen Halbinsel eine kritische Situation ausgelöst. In Spanien und Portugal wurden Tausende Menschen aus gefährdeten Gebieten in Sicherheit gebracht, während Flüsse über die Ufer treten und ganze Ortschaften überschwemmen.

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In Portugal sprechen Verantwortliche von einer verheerenden Krise, berichtet „La Gaceta“. Besonders betroffen ist unter anderem Alcácer do Sal in der Nähe von Lissabon, wo Menschen teilweise von Einsatzkräften mit Booten aus ihren Häusern gerettet werden mussten. In der Region Santarém wurde wegen des steigenden Tejo der höchste Alarmzustand ausgerufen.

In Alcácer do Sal in Portugal mussten Menschen und Haustiere mit Kanus evakuiert werden.Quelle: IMAGO/Anadolu Agency

Unwetter fordern Todesopfer in Portugal

Seit mehr als elf Tagen erlebt Portugal inzwischen anhaltende Starkregenfälle. In vielen Gemeinden häufen sich die Notfälle, Fahrzeuge wurden von Schlammlawinen mitgerissen, Häuser sind zerstört und Menschen obdachlos.

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Laut Berichten gab es auch Todesopfer: Ein 60-jähriger Mann kam im äußersten Süden des Landes ums Leben, nachdem er von den Wassermassen in seinem Auto eingeschlossen wurde. Er sei das zehnte Todesopfer innerhalb einer Woche, berichtet „Telecinco“.

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Um den Menschen in Portugal zu helfen, wurde unter anderem eine Spendenkampagne ins Leben gerufen, die die Einsatzkräfte unterstützen und aktiv bei den Wiederaufbauarbeiten helfen soll. Innerhalb von zwei Tagen wurden dort bereits 53.000 Euro gesammelt.

Spanien: 130km/h Wind und Dauerregen

In Spanien sieht die Situation ähnlich aus. Insbesondere im Norden fallen bereits seit Wochen riesige Wassermassen vom Himmel. Ein Sturm nach dem anderen bringt Regen und Winde von bis zu 130 Kilometern pro Stunde in den Küstenregionen.

Im Süden Spaniens sieht die Lage ähnlich aus. Dort kämpfen die Einwohnerinnen und Einwohner gegen Überschwemmungen. Zuletzt mussten rund 3000 Menschen in Andalusien evakuiert werden, nachdem Sturmtief Leonardo über das Land zog und den Fluss Genil über die Ufer treten ließ.

Andalusien im Süden Spaniens ist besonders schwer von Überschwemmungen betroffen. Tausende Menschen wurden bereits evakuiert.Quelle: IMAGO/Anadolu Agency

Ebenfalls betroffen ist Galicien im äußersten Nordwesten. Die regionale Zeitung „La Voz de Galicia“ berichtete, dass es aktuell keinen anderen Ort der Welt gebe, an dem in den vergangenen Wochen mehr Regen fiel: „Seit November hat es an 71 Prozent der Tage geregnet, im Januar fast ohne Unterbrechung, und einige Wetterstationen haben mehr als 1.800 Liter pro Quadratmeter gemessen, so viel Wasser wie in einem ganzen Jahr“, heißt es.

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Marokko: Hunderttausende vor Wassermassen auf der Flucht

Auch Marokko wird aktuell von ungewöhnlich starken Regenfällen heimgesucht. Im Nordwesten des Landes kämpfen Städte wie Ksar El Kebir seit über einer Woche gegen Überflutungen, berichtet die „tagesschau“.

Im marokkanischen Ksar El Kebir mussten rund 100.000 Menschen evakuiert werden – teilweise ging das nur mit Booten.Quelle: IMAGO/Anadolu Agency

Nach Angaben des Innenministeriums wurden dort mehr als 100.000 Menschen evakuiert, ganze Orte wirken zeitweise wie Geisterstädte. Straßen- und Zugverbindungen wurden unterbrochen, teils auch Strom, Wasser und Internet abgeschaltet. Viele Familien mussten in Zeltlagern unterkommen, die vom Militär errichtet wurden.

Sorge um Staudämme und Verkehrswege in Marokko

Besonders angespannt ist die Lage in Marokko auch wegen der stark gefüllten Staudämme. Beim wichtigen Damm Oued El Makhazine wurde kontrolliert Wasser abgelassen, was wiederum den Pegel des Flusses Loukkos weiter steigen lässt.

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Zudem sind zentrale Verkehrsachsen im Nordwesten Marokkos immer wieder überschwemmt, etwa Verbindungen zwischen Tanger und Tetouan oder auch Strecken nahe Kenitra. Prognosen rechnen noch bis Mitte kommender Woche mit weiterem Regen.

Was müssen Reisende in Spanien, Portugal oder Marokko jetzt beachten?

Reisende in Spanien, Portugal und Marokko sollten die Entwicklungen sehr aufmerksam verfolgen. In betroffenen Regionen, insbesondere rund um Lissabon, in Andalusien und im Nordwesten Marokkos, kann es kurzfristig zu Evakuierungen, Straßensperrungen oder Einschränkungen im Bahnverkehr kommen.

Wichtig ist nun, Hinweise der lokalen Behörden ernst zu nehmen und genügend Zeit für Umwege einzuplanen. Urlauberinnen und Urlauber können vor der Anreise ihre Unterkunft kontaktieren und nach der aktuellen Lage fragen. Wer in den kommenden Tagen unterwegs ist, sollte sich zudem regelmäßig über Wetterwarnungen informieren.

Unwetter: Welche Rechte Urlauber vor Ort haben

Generell gilt: Reisende, die aktuell im Rahmen einer Pauschalreise in von Extremwetter betroffenen Regionen unterwegs sind, können sich mit dem Veranstalter in Verbindung setzen. Der informiert zur aktuellen Lage und hilft weiter – etwa bei möglicherweise notwendigen Reiseplan-Änderungen.

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Bei sogenannten außergewöhnlichen Umständen, wie es schwere Überschwemmungen sein können, muss der Veranstalter laut ADAC Urlauberinnen und Urlauber unterstützen und gegebenenfalls für eine vorzeitige Rückreise sorgen oder zusätzliche Übernachtungen (maximal drei Tage) bezahlen, falls eine Abreise wegen der Wetterbedingungen nicht möglich ist.

Bei Überschwemmungen und Unwettern können Reisende nur in bestimmten Situationen kostenlos stornieren.Quelle: IMAGO/NurPhoto

Wer individuell gebucht hat, also etwa Flüge und die Unterkunft bei unterschiedlichen Anbietern, hat es gegebenenfalls schwerer. Hier gilt laut der Verbraucherzentrale Hamburg:

  • Bei nicht stornierbaren Flugtickets gibt es nur Steuern und Gebühren zurück, falls man sie nicht nutzen will. Den vollen Preis gibt es nur zurück, wenn die Airline ihrerseits den Flug streicht. Gut zu wissen: In solchen Fällen können Ansprüche auf Betreuungsleistungen bestehen.
  • Kann man nicht zur Unterkunft anreisen, weil etwa der Flug wegen Extremwetter gestrichen wird, muss man in der Regel den Preis dennoch zahlen – außer, der Anbieter ist kulant. Anders ist die Lage, wenn das Domizil wegen der Situation vor Ort nicht zur Verfügung steht – dann habe man in der Regel einen Rückerstattungsanspruch, wobei die rechtlichen Regelungen je nach Land variieren können.

Reiserücktritts- und Reiseabbruchversicherungen schließen Naturkatastrophen häufig als Leistungsfall aus. Nur manche Policen haben sie in ihren Leistungen inkludiert. Deshalb sei es sinnvoll, die Versicherungsbedingungen dahingehend zu prüfen, so die Verbraucherschutzorganisation.

Umbuchung, Stornierung und Co.: Was ist mit geplanten Reisen?

Angekündigte starke Unwetter mit Sturm und Regen in der Urlaubsregion seien kein außergewöhnlicher Umstand, erklärt die Verbraucherzentrale Hamburg – mit heftigen Unwettern müsse man auf Reisen grundsätzlich immer rechnen. Die Lage ändert sich aus reiserechtlicher Sicht erst dann, wenn die Unwetter zu erheblichen Beeinträchtigungen am Urlaubsort führen, etwa zu Überschwemmungen.

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Eine Reisewarnung des Auswärtigen Amts für betroffene Gebiete weist laut ADAC auf das Vorliegen außergewöhnlicher Umstände hin, die Bedingung für die Stornierung sind. Dennoch warnt die Verbraucherzentrale davor, vorschnell von der gebuchten Reise zurückzutreten. Dabei könnten hohe Stornogebühren drohen.

Besser ist es, mit dem Reiseveranstalter in Kontakt zu treten – um sicherzugehen, ob die Reise wie geplant durchgeführt wird oder nicht. Dazu rät auch der Deutsche Reiseverband. Die Anbieter schätzen die Situation vor Ort ein und bieten zum Beispiel Umbuchungen an, wenn die Reise absehbar beeinträchtigt sein wird.

Was müssen Reisende aktuell wissen? Alle wichtigen News für den Urlaub findest du beim reisereporter.

Reisereporter

Quelle: Quelle

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