Samstag, März 7, 2026
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Größte Geisterstadt der Welt? Wie Ordos Kangbashi heute aussieht

Ordos Kangbashi galt einst als „größte Geisterstadt“ der Welt, als „Retortenstadt“ und „Megastadt ohne Bewohner“. Doch die Berichte der internationalen Medien sind mittlerweile einige Jahre alt. Wie sieht es heute dort aus?

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Zunächst eine kleine Zeitreise. Eigentlich ist Ordos Kangbashi nur ein Stadtteil – der Distrikt liegt 30 Kilometer südlich der Stadt Ordos in der Inneren Mongolei in China. Sie entstand Anfang der 2000er als Planstadt. Durch Gas- und Kohlevorkommen in der Region war Ordos in den späten 1990er- und frühen 2000er-Jahren plötzlich wohlhabend geworden. Standesgemäß dazu, fand die Lokalregierung, sollte mit Ordos Kangbashi eine pulsierende Metropole mit einer Million Einwohnerinnen und Einwohnern entstehen, ein neues wirtschaftliches Zentrum der Inneren Mongolei.

Moderne Wohntürme und Siedlungen, vierspurige Straßen, ein Stadion mit 35.000 Plätzen. Architektonisch ausgefallene Gebäude wie das Stadtmuseum (es sieht aus wie ein schillernder Stein im Nirgendwo), ein Theater, riesige Parks, luxuriöse Einkaufszentren, Krankenhäuser und öffentliche Plätze. Eigentlich wurde beim Bau von Ordos Kangbashi an alles gedacht – außer an das „Warum“.

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Warum sollten die Menschen nach Ordos Kangbashi ziehen – weg von ihren Arbeitsplätzen im nördlichen Ordos, 30 Kilometer entfernt? In eine Stadt, die sie selbst mit Leben füllen müssen, weil dort noch niemand ist? Immerhin: Das Ziel, eine Millionenstadt zu bauen, korrigierten die Planerinnen und Planer; es sollten bald nur noch 300.000 Menschen in der Neustadt wohnen.

Die Menschen kamen nicht nach Ordos Kangbashi

Die Regierung versuchte, Bauernfamilien mit Prämien und gratis Wohnraum nach Ordos Kangbashi zu locken. Regierungsbüros wurden aus Alt-Ordos in die „Neustadt“ Kangbashi verlegt, in der Hoffnung, dass die Angestellten nachkommen würden (Spoiler: Die meisten pendelten lieber hin und her).

Ganze Schulen zogen nach Ordos Kangbashi, damit die Stadt endlich voller werden würde, wenn Familien sich mit ihren schulpflichtigen Kindern hier ansiedeln würden. Doch all das ging nur schleppend voran. Die erhofften Zuströme von Menschen aus ländlichen Gegenden blieben aus.

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Die wenigen Jobmöglichkeiten in Ordos Kangbashi hielten vom Zuzug ab. Die Landfamilien hatten in der Realität Schwierigkeiten, im Automontagewerk, im Kohlesektor oder auf dem Bau an Arbeit zu kommen.

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Stattdessen kamen die Medien aus aller Welt, und sie berichteten über die gescheiterte Stadt. Die „größte Geisterstadt der Welt“ wurde Ordos Kangbashi genannt. Fotografinnen und Fotografen hielten die gruselige Leere in Ordos Kangbashi auf Bildern fest. Die ersten Häuser verfielen da schon wieder, angeblich, weil sie zu schnell und billig gebaut worden waren.

Ordos Kangbashi heute

Im Jahr 2015 lebten angeblich etwa 100.000 Menschen in der Stadt. Und wie ist es heute – noch mal zehn Jahre später? Zahlen im Netz reichen von 119.000 bis 153.000. Auf ihrer offiziellen Website spricht die Stadt Ordos von insgesamt 2,2 Millionen Menschen im Nord- und Süd-Distrikt und der Metropolregion. Eine eindeutige Information findet man nicht.

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Viele Youtuber sind in den vergangenen Jahren nach Ordos Kangbashi gereist, um die angebliche „Geisterstadt“ mit eigenen Augen zu sehen. Auch Reiseberichte aus dem Jahr 2025 gibt es. Und tatsächlich laufen die Vloggerinnen und Vlogger durch menschenleere Malls und verlassene Straßen – aber nur an manchen Ecken von Ordos Kangbashi.

Es ist nicht so, dass dort niemand wohnt; so kommt der Youtuber Conner mit vielen Chinesinnen und Chinesen ins Gespräch, die ein Foto mit dem Amerikaner machen wollen. Und ein Vlogger-Pärchen trifft abends bei einer großen Musik-Show auf Hunderte Menschen, die sich für das Spektakel aus Licht, Wasser und Musik am Fluss versammelt haben. Eine Geisterstadt kann man Ordos Kangbashi heute nicht mehr nennen.

Doch klar ist auch: Für eine metropolitane Architektur, gedacht als aufregende Großstadt, ist es dort immer noch recht leer! Wahrscheinlich wird es noch einige Zeit dauern, bis Ordos Kangbashi so pulsiert, wie es sich die Planerinnen und Planer vor über 20 Jahren ausgemalt haben.

Riesige Parks, Museum, Theater, Prachtstraßen: das ist die Planstadt Ordos Kangbashi. Langsam füllt sich die Stadt mit Leben.Riesige Parks, Museum, Theater, Prachtstraßen: Das ist die Planstadt Ordos Kangbashi. Langsam füllt sich die Stadt mit Leben.Quelle: Getty Images / Govan ZhangWeiterlesen nach der AnzeigeWeiterlesen nach der Anzeige

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