Wer fliegt, der oder dem fällt oft die einheitliche, gepflegte Uniform des Flugpersonals ins Auge – dazu gehört häufig auch ein farbiges Halstuch für Flugbegleiterinnen oder ein schmaler Schal beziehungsweise eine Krawatte für männliche Crewmitglieder. Diese kleinen Accessoires erfüllen jedoch deutlich mehr als nur ästhetische Zwecke.
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Mehr als ein Modeaccessoire: Halstücher haben eine psychologische Wirkung
In einem Instagram-Reel erklärt eine Flugbegleiterin den Ursprung und die Bedeutung des Halstuchs. Sie schreibt, dass Airlines wie die Pan American World Airways in den 1960er- und 1970er-Jahren renommierte Designer und Modehäuser engagierten, um Uniformen zu kreieren, die vor allem Sicherheit, Professionalität und Ruhe ausstrahlen sollten.
Bei der Lufthansa tragen Flugbegleiterinnen ebenfalls seit den 1970er-Jahren Halstücher, wie eine Sprecherin dem reisereporter erzählt. Zeitgleich entwickelte beispielsweise Air France seine Uniformen weiter und schuf im Laufe der Jahrzehnte „einen eigenen Stil“, heißt es in einem Youtube-Video der französischen Fluggesellschaft über die Entwicklung der Uniformen und ihrer berühmten Designer:
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Wie die Flugbegleiterin in dem Reel erklärt, spielte damals beim Design der Uniformen der Bereich um den Hals eine wichtige Rolle: Menschen würden diese Körperpartie unbewusst wahrnehmen und oft danach entscheiden, ob sie jemandem vertrauen. Ein sichtbarer, klarer und strukturierter Punkt am Hals signalisiert dem Unterbewusstsein Ordnung, Kompetenz und ein ruhiges Auftreten.
Diese „Uniformpsychologie“ macht das Halstuch bis heute zu einem zentralen Element der Flugbegleiter-Uniform. Gleichzeitig ist es ein wichtiges Element des Markenauftritts jeder Airline.
Wer mit Lufthansa fliegt, der oder dem fallen sofort die leuchtend gelben Halstücher der Flugbegleiterinnen auf.Quelle: © Lufthansa
Farbe, Muster oder Logo sind auf die Corporate Identity abgestimmt und helfen Flugreisenden, das Kabinenpersonal sofort zu erkennen, das sorgt zusätzlich für Vertrauen. Das Halstuch steht für Professionalität und bringt Stil mit sich. Bei Lufthansa etwa sind die Halstücher „als Accessoires fester Teil der Lufthansa-Uniform“, so die Sprecherin.
Die Flugbegleiterin aus dem Reel sagt dazu: „Ich trage mein Halstuch mit Stolz, weil es mich daran erinnert, was mein Job bedeutet, und das ist auf jeden Fall: Ruhe geben. Orientierung geben. Da sein.“
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Abgesehen von diesem psychologischen Aspekt haben Halstücher natürlich viele pragmatische Vorteile.
Funktionalität und Sicherheit an Bord
Der Ursprung moderner Halstücher in der Luftfahrt reicht bis in die Frühzeit des Fliegens zurück. Bereits Militär- und Zivilpiloten der 1930er- und 1940er-Jahre trugen weiße Seidenschals, um ihren Hals vor Reibung zu schützen, wie unter anderem im „Leitfaden“ des britischen Modeherstellers Rampley und Co nachzulesen ist.
Zu der Zeit waren Cockpits offen oder nur rudimentär isoliert, sodass der ständig flatternde Lederkragen der Fliegerjacken bei Drehungen und schnellen Bewegungen scheuerte. Die Schals dienten also nicht als Stilmittel, sondern als funktionaler Schutz – ein Bestandteil klassischer Pilotenbekleidung, der in zahlreichen historischen Fotografien und Luftfahrtarchiven dokumentiert ist, zum Beispiel im Smithsonian National Air and Space Museum in Washington.

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Auch heute erfüllen Halstücher von Flugbegleiterinnen und Flugbegleitern diese Funktionen: Ein gut gebundener Schal fixiert den Uniformkragen, verhindert unangenehmes Flattern des Stoffes und erhöht damit den Tragekomfort im Arbeitsalltag.
Halstücher wärmen in der klimatisierten Kabine und schützen den Hals vor kalter Luft. Nach Angaben des Maßanfertigungsherstellers Wenyuan Clothing bestehen viele Schals aus flammhemmenden Materialien und bieten dadurch zusätzlichen Schutz. Im Notfall kann das Halstuch zudem als Bandage oder als Maske bei Rauchentwicklung verwendet werden.
Dass bei vielen Airlines ein Halstuch oder ein schmaler Schal auch für männliche Crew-Mitglieder zum offiziellen Uniformsatz gehört, ist kein Zufall.Quelle: IMAGO/Depositphotos
Wie binde ich ein Halstuch richtig?
In den sozialen Medien gibt es inzwischen zahlreiche Anleitungen, auch von Flugbegleiterinnen, auf welche Weisen sich Halstücher binden lassen. In diesem Youtube-Video beispielsweise werden sieben verschiedene Styles vorgestellt:
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