Venedig ist als Stadt der Brücken bekannt. Kein Wunder, schließlich hat die Lagunenstadt mehr als 400 von ihnen. Rekordverdächtig ist das allerdings nicht – denn der Titel der brückenreichsten Stadt Europas geht tatsächlich nach Deutschland.
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Europas Stadt der Brücken
Hamburg trägt den Spitznamen „Venedig des Nordens“ nicht ohne Grund. Mit ihren knapp 2500 Brücken hat die Hansestadt sich sogar einen Eintrag im Guinness-Buch der Rekorde gesichert als Stadt mit den meisten Brücken. Wien (1716 Brücken) und das grachtenreiche Amsterdam (1281 Brücken) folgen laut Statistischem Bundesamt auf den Plätzen zwei und drei. Venedig landet mit 426 Brücken gerade einmal auf Platz fünf. Allerdings ist Hamburg auch eine Millionenstadt und an Venedigs Lagune leben nicht einmal mehr 50.000 Menschen.
Und während Venedig vor allem auf steinerne Überquerungsmöglichkeiten setzt, prägen in Hamburg Stahl und Backstein das Bild. Besonders in der Speicherstadt, dem historischen Lagerhausviertel und Unesco-Welterbe, verbinden sich beide Materialien auf beeindruckende Weise. Wer sich Zeit nimmt, um Hamburgs Brücken zu erkunden, entdeckt eine erstaunliche Vielfalt. Es gibt Drehbrücken und feste Brücken, Brücken nur für Fußgänger, andere für Straßen- und Schienenverkehr. Manche sind ein- oder zweistöckig, es gibt Bogen- oder Schrägseilbrücken und sogar geknickte Exemplare.
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Auch wer mit dem Zug in Hamburg ankommt, kann sie gar nicht ignorieren: „Das Gewirr an Schienen, Brücken, Flussarmen, Fleten, Industrieanlagen, die sich auftürmenden Schuppen, Häuser und Bürotürme, die ich aus den Fenstern des langsam fahrenden Zuges beobachten kann, deuten die Aktivität dieser Metropole an“, schrieb der Hamburger Autor Rocko Schamoni. „Diese Stadt lebt, (…) alles scheint hier möglich, zu jeder Tages- und Nachtzeit.“
Wichtige Verkehrsader in Hamburg: Die Köhlbrandbrücke.Quelle: IMAGO/Westend61
Zu den bekanntesten zählt die Köhlbrandbrücke, die nicht selten als „Golden Gate Bridge“ der Hansestadt bezeichnet wird. Doch sie hat ein Ablaufdatum: Nur noch bis etwa 2030 spannt sich die markante Konstruktion zwischen der Elbinsel Wilhelmsburg und der A7-Anschlussstelle Waltershof – danach soll sie einem Tunnel Platz machen, um größeren Schiffen die Durchfahrt zu ermöglichen.
Den besten Blick auf die Speicherstadt hat man von der Poggenmühlenbrücke.Quelle: IMAGO/Panthermedia
Die Speicherstadt wäre ohne ihre Brücken kaum vorstellbar. Sechs Fleete durchziehen das Viertel und sorgen dafür, dass sich hier besonders viele Brücken finden – sowohl zwischen den Lagerhäusern als auch als Verbindungen hinüber in den Altstadtkern.
Einen der schönsten Blicke auf die Speicherstadt eröffnet die dreibogige Poggenmühlenbrücke. Von dort blickt man auf das Wasserschloss an der Spitze einer kleinen Insel, wo Holländischbrookfleet und Wandrahmfleet zusammenfließen.
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Ebenfalls in der Speicherstadt, ganz in der Nähe der Elbphilharmonie, befindet sich eine der ungewöhnlichsten Brücken Hamburgs. Der „steinerne Orientteppich“, wie die Wilhelminenbrücke meistens genannt wird, ist ein Kunstwerk aus mehr als 1,5 Tonnen Marmorkiesel. Ursprünglich wurde der 27 Meter lange Steinteppich 2005 erschaffen – 2019 wurde das Muster jedoch komplett überarbeitet und ist seitdem das Abbild eines turkmenischen Teppichs in verschiedenen Rottönen.
Eine S-Bahn auf der Hamburger Lombardsbrücke an der Alster.Quelle: IMAGO/Joerg Boethling
Wer Hamburg von seiner klassischen Seite fotografieren möchte, sollte die Lombardsbrücke ansteuern. Von hier hat man den perfekten Blick über die Binnenalster auf die Innenstadt – inklusive Ballindamm und Jungfernstieg. Besonders stimmig ist das Licht am frühen Morgen oder bei Sonnenuntergang, wenn sich die Fassaden im Wasser spiegeln. Wer mit dem Zug vom Hauptbahnhof weiter Richtung Dammtor oder Altona fährt, kann diesen Ausblick sogar aus dem Fenster genießen.
Vom Stintfang blickt man auf die Landungsbrücken und die Kräne der Container-Terminals im Hafen.Quelle: IMAGO/Jochen Tack
Zu den bekanntesten Wahrzeichen Hamburgs zählen die neun Landungsbrücken zwischen Niederhafen, Reeperbahn und Fischmarkt. Wo früher Dampfer anlegten, starten heute Linienfähren und Hafenrundfahrten, an Land machen Busse, U- und S-Bahnen halt. In den letzten Jahrzehnten haben sich die Landungsbrücken zu einer der beliebtesten Flaniermeilen Hamburgs entwickelt. Den besten Blick auf das steinerne Abfertigungsgebäude mit den grünen Kuppeln haben Besucherinnen und Besucher übrigens vom Stintfang, oberhalb der S-Bahn-Station.
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Hamburg ist die Stadt der Superlative
Hamburg hat aber nicht nur die meisten Brücken Europas. Der Hafen der Stadt ist der drittgrößte Gewürzumschlagplatz der Welt. Wer die ganzen Gerüche und Farben der exotischen Gewürze entdecken möchte, wird im Gewürzmuseum in der Speicherstadt fündig.
Und wer den Hamburger „Michel“, Norddeutschlands bedeutendste Barockkirche, besucht, staunt über Deutschlands größte Turmuhr: Mit einem Zifferblattumfang von über 24 Metern lässt sie sich schon aus der Ferne erkennen.
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