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Kälteste Orte Deutschlands: Funtensee, Zugspitze & weitere Minusrekorde im Winter

Schnee, vereiste Autoscheiben und Temperaturen weit unter dem Gefrierpunkt: der Winter hat Deutschland vielerorts dieser Tage fest im Griff. Doch ein Blick in die Wetterarchive zeigt, dass diese Temperaturen längst nicht das Ende der Fahnenstange sind.

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Ob an Bergseen oder Städten im Flachland: in den vergangenen 100 Jahren wurden hierzulande Werte gemessen, die eher an Sibirien als an Mitteleuropa erinnern. Die kältesten Orte Deutschlands im Überblick.

Eine Frau liegt in einer Hängematte und hat ein Handy in der Hand.

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Platz 5: Görlitz

Dass extreme Minusgrade nicht nur in den Bergen auftreten, beweist Görlitz. In der ostsächsischen Stadt, die nur auf 238 Metern Höhe liegt, wurden am 9. Februar 1956 minus 30,8 Grad Celsius gemessen. Der Winter von 1956 ging als einer der kältesten des vergangenen Jahrhunderts in die deutsche Klimageschichte ein.

Weiterlesen nach der AnzeigeWeiterlesen nach der AnzeigeGörlitz im WinterIm sächsischen Görlitz wird es mächtig kalt.Quelle: imago images/lausitznews.de

Platz 4: Kühnhaide

Als kältester bewohnter Ort Deutschlands gilt Kühnhaide, ein Ortsteil der Stadt Marienberg im sächsischen Erzgebirge. Im Winter 2011/2012 wurden hier minus 34,4 Grad Celsius gemessen – damals noch mit einer privaten Wetterstation. Mittlerweile werden die Werte unter anderem vom „MDR“ ausgewertet.

Kühnhaide, ErzgebirgeKühnhaide ist ein schneereicher Ort im Erzgebirge.Quelle: IMAGO/Bernd März

Die Lage des Tals auf etwa 750 Meter Höhe begünstigt die starke Abkühlung. Insbesondere in windstillen, wolkenlosen Nächten wird es in Kühnhaide bitterkalt. Im Januar 2026 sank das Thermometer bereits auf minus 24,1 Grad. Doch auch im Sommer wird es so kühl, dass Bodenfrost keine Seltenheit ist.

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Platz 3: Die Zugspitze

Auch Deutschlands höchster Berg darf in der Liste der Kälterekorde nicht fehlen. Extreme Kälte ist in 2960 Metern Höhe keine Seltenheit. Doch am 14. Februar 1940 sank die Temperatur auf der Zugspitze auf minus 35,6 Grad Celsius.

Auf der Zugspitze liegt Deutschlands höchstes Skigebiet.Auf der Zugspitze liegt Deutschlands höchstes Skigebiet.Quelle: imago images/Shotshop

Platz 2: Wolnzach-Hüll

Noch eisiger wird es im kleinen Dorf Wolnzach-Hüll in Niederbayern. Es liegt im Zentrum des größten Hopfenanbaugebiets der Welt. Am 12. Februar 1929 wurden hier minus 37,8 Grad Celsius gemessen – ein Wert, der seit fast einem Jahrhundert ungeschlagen ist. Der Rekord stammt aus einem außergewöhnlich strengen Winter, der weite Teile Europas lahmlegte.

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Platz 1: Der Funtensee

Mit gemessenen Temperaturen von bis zu minus 45 Grad Celsius im Jahr 2001 gilt der Funtensee in den Berchtesgadener Alpen als wohl kältester Ort Deutschlands. Doch dieser Rekord hat einen Haken: Der auf gut 1600 Metern Höhe liegende See am Watzmann befindet sich in einem Talkessel, umgeben von hohen Bergen. In klaren Nächten sinkt die kalte Luft ab und sammelt sich dort wie in einer Wanne.

FuntenseeAm Funtensee wird es kalt wie in der Arktis.Quelle: Getty Images

Aufgrund dieser außergewöhnlichen Lage werden die Extremwerte des Funtensees vom Deutschen Wetterdienst nicht als Temperaturrekord anerkannt. Den offiziellen Kälterekord Deutschlands hält also doch Wolnzach-Hüll (Platz 2).

Als kältester bewohnter Ort Europas gilt übrigens Pokka in Finnland, wo Temperaturen von minus 51 Grad gemessen wurden. Im weltweiten Vergleich wird es allerdings noch kälter: das russische Dorf Oimjakon bringt es auf minus 67,8 Grad, während in der Antarktis Messwerte bis minus 93 Grad Celsius erfasst sind.

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