Die Interstate 15 von Los Angeles nach Las Vegas in den USA führt mitten durch die riesige Mojave-Wüste. Autofahrerinnen und Autofahrer steuern stundenlang durch Sand und Geröll auf den flimmernden Horizont zu, an dem der graubraune Asphalt wie in einer Fata Morgana zu verschwinden scheint.
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Doch nach etwa zweieinhalb Stunden Fahrtzeit, kurz vor dem skurrilen Beef-Jerky-Fachgeschäft „Alien Fresh Jerky“ in Baker, das in Anlehnung an die nahe gelegene „Area 51“ wie eine Raumstation gestaltet ist und von riesigen Alien-Figuren erobert zu sein scheint, taucht plötzlich ein nicht minder skurriles Straßenschild am Wegesrand auf: „Exit 239 – <a href="https://sky-flight.de/lost-place-zzyzx-welches-geheimnis-hinter-dem-ort-in-den-usa-steckt/» title=»Lost Place „Zzyzx“: Welches Geheimnis hinter dem Ort in den USA steckt»>Zzyzx Rd“.
Abfahrt ins Nirgendwo: Von der Interstate 15 bei Baker geht es auf einer rund acht Kilometer langen Straße nach Zzyzx.Quelle: Imago Images/Wirestock
Zzyzx? Was zunächst wirkt, als wäre der zuständige Mitarbeiter der Straßenbehörde Kaliforniens auf seiner Tastatur eingeschlafen, ist tatsächlich eine korrekt benannte Highway-Ausfahrt. Doch was hat es mit der geheimnisvollen Straße auf sich? Und wohin führt sie?
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Trinkwasserquellen von indigenen Wüstenstämmen
Die, bis auf das auffällige Straßenschild, unscheinbare „Zzyzx-Road“ führt auf rissigem Asphalt ins südkalifornische Nirgendwo, bis nach rund acht Kilometern Fahrtstrecke durch die staubtrockene Landschaft plötzlich glitzernde Seen vor einer kleinen Bergkette auftauchen: die Soda Springs.
Die kleinen Wasserbassins waren einst ein gut gehütetes Geheimnis der Mohave und Chemehuevi. Die indigenen Wüstenstämme versorgten sich dort mit Trinkwasser.
Die Süßwasserquellen in Zzyzx dienten den indigenen Wüstenstämmen einst als Trinkwasser-Reservoir.Quelle: Imago Images/YAY Images
Hochstapler benennt Soda Springs in Zzyzx um
Im Jahr 1944 entdeckte dann Curtis Howe Springer das Gelände für sich – ein Hochstapler, der sich als Arzt und Wunderheiler ausgab. Mit dem Geld seiner Anhängerschaft baute Springer bis Ende der 60er-Jahre eine Anlage mit Heilbad, Spa, Hotel, Kirche und Flugplatz. Aus seiner eigenen Radiostation in der Wüste sendete er betrügerische Spendenaufrufe aus der Wüste in die USA hinaus und benannte die Soda Springs kurzerhand in Zzyzx um.
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Einst „Gesundheits-Resort“, jetzt Lost Place: In den inzwischen verwaisten Gebäuden in Zzyzx hofften Tausende kranke Menschen vergeblich auf Heilung.Quelle: Imago Images/ZUMA Press
Die Ruinen erzählen vom Betrugsskandal
Dass sämtliche Bauwerke auf Bundesbesitz standen und damit illegal waren, störte den Mann offensichtlich ebenso wenig wie die falschen Hoffnungen, die er zahllosen kranken Menschen machte. Der Betrug des vermeintlichen Predigers, der mehrere Akademiker-Titel gefälscht und nachweislich wirkungslose Heilmittel verkauft hatte, führte erst in den 70er-Jahren zu strafrechtlichen Konsequenzen.
Die Reste des vermeintlichen Heilbades von Betrüger Springer verfallen vor der Wüstenkulisse.Quelle: Imago Images/Wirestock
Der Ortsname ist seit 1984 offiziell anerkannt
Springer wurde wegen betrügerischer Werbung zu einer mehrmonatigen Haftstrafe verurteilt. Seine Machenschaften waren damit beendet. Das vermeintliche Gesundheitsresort wurde geräumt und wirkt nun wie ein Mahnmal für die Opfer des Betrügers. Doch „Zzyzx“ blieb – der Ortsname wurde 1984 sogar offiziell bestätigt und steht seitdem alphabetisch an letzter Position aller Orte in den USA.
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Reisende dürfen das Gelände von Zzyzx besichtigen – der Zutritt zu den Ruinen ist aber verboten.Quelle: Imago Images/Dreamstime
Ein Teil der Anlage Springers wird heute von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern der California State University als Wüstenforschungszentrum genutzt.
Neugierige Touristinnen und Touristen, die dem mysteriösen Wegweiser zur „Zzyzx Road“ folgen, dürfen Teile der Anlage erkunden, darunter den von Palmen umsäumten Lake Tuendae.
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Zzyzx bleibt ein spannender Roadtrip-Stopp
Die verfallenden Gebäude von Springer, der 1985 im Alter von 88 Jahren in Las Vegas starb, dürfen aus Sicherheitsgründen aber nicht betreten werden.
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Der Lost Place ist dennoch ein beliebter Instagram-Fotospot und bietet sich auf einem Roadtrip von Kalifornien nach Nevada als abwechslungsreicher Zwischenstopp an.
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