Eine drückende Stille liegt über den verlassenen Bahnhöfen, die für Fans von Lost Places zu einer neuen Pilgerstätte geworden sind. Sie befinden sich überall auf der Welt – in Deutschland, Spanien, in den USA, sogar in Bolivien. Hinter den Ruinen verbergen sich spannende Geschichten, die oft von einer lebendigen Vergangenheit erzählen.
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Vierlerorts sind es heute nur noch wild wuchernde Pflanzen, die den Ruinen wenigstens etwas Leben geben. Der reisereporter führt dich zu den Geisterbahnhöfen, die auf deiner Lost-Places-Tour nicht fehlen sollten.
Ruine des früheren Bahnhofs München Olympiastadion am Riesenfeld mit Bahnsteigen und Bahnhofsgebäude.Quelle: imago/Ralph Peters
Geisterbahnhöfe in Deutschland
Allein in Berlin finden Lost-Places-Jäger genügend Ziele, sogar mitten in der Hauptstadt. Der Bahnhof Siemensstadt wurde im Bezirk Spandau 1929 eröffnet und sollte damals den rund 90.000 Mitarbeiter der Firma Siemens dienen. Der Ausgang des Zweiten Weltkrieges sorgte dafür, dass die Gleise als Reparationsleistung an die damalige Sowjetunion gingen.
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Auch die Wiederaufnahme 1955 als S-Bahnhof konnte den Bahnhof nicht vor dem Verfall retten. Der Reichsbahnerstreik 1980 besiegelte das Aus. Was bleibt, sind mit Graffiti besprühte Ziegelmauern und bröckelnde Fassaden. Es gibt jedoch Pläne den Bahnhof im Herbst 2029 wieder zu reaktivieren, um die Kapazitäten im Berliner S-Bahnnetz zu erhöhen.
Noch dominiert die Ruhe am Siemensbahnhof, das könnte sich in den kommenden Jahren ändern.Quelle: imago images / Jürgen Heinrich
Während andere Geisterbahnhöfe in Hamburg, Leipzig, München und Potsdam ihren Betrieb bereits lange hinter sich gelassen haben, gibt es in Hannover zu einem unterirdischen Lost Place sogar Führungen. Der Bau des sogenannten D-Tunnels heizte Jahrzehnte die Diskussionsrunden der Stadtpolitik an. Zu hohe Kosten werden oft als entscheidender Grund gegen die Fertigstellung des vierten Innenstadttunnels genannt.
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Die Folge des nie abgeschlossenen Ausbaus: Besucher finden unter dem Hautpbahnhof, beim Raschplatz, eine Geisterstation. In 20 Metern Tiefe befindet sich der Rohbau, den Interessierte mit „Stattreisen Hannover“ besichtigen können.
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Weitere verwaiste Bahnhöfe findest du unter anderem in diesen deutschen Städten:
- Detmold-Remmighausen
- Düsseldorf-Kalkum: Bahnhof Kalkum (2024 haben dort Abrissarbeiten begonnen)
- Köln Bahnhof Deutz/Messe Kölnarena (U-Bahnhof)
- Nürnberg-Langwasser: Bahnhof Nürnberg-Märzfeld
- Saarbrücken Messebahnhof
- Alter Hauptbahnhof Solingen
- Bahnhof München Olympiastadion
Woher stammt der Name „Geisterbahnhof“?
Das nächste Mal kannst du in der Lost-Places-Community mit Nerdwissen glänzen. Denn in Deutschland hat der Begriff Geisterbahnhof einen geschichtlichen Ursprung, der führt dich zurück ins geteilte Berlin.
U-Bahn- und Tunnel-Stationen in Berlin-Mitte wurden nur mit verminderter Geschwindigkeit und ohne Halt passiert, da die Züge sowohl den Ost- als auch den Westteil des Bezirks durchquerten. Das Gespenstische erhielten die Bahnhöfe wegen der schauderhaften Atmosphäre: kaum beleuchtet und überwacht von Grenzsoldaten der DDR.
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Damit das nicht in Vergessenheit gerät, können Berlin-Besucher regelmäßig an Führungen zu den Schauplätzen teilnehmen.
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Nicht genug von den schaurig-schönen Ruinen? Die Liste der stillgelegten oder nie in Betrieb genommenen Bahnhöfe ist quasi endlos.
Ein Anfang auf deiner Lost-Places-Jagd außerhalb Deutschlands könnten die Bahnhöfe in den spanischen Pyrenäen oder der größte Eisenbahnfriedhof der Welt in Bolivien sein.
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