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Lost Places: Diese einst prächtigen Orte in Tschechien sind heute verlassen

In Tschechien gibt es nicht nur gutes Bier und leckere Knödel, es gibt auch echt coole Lost Places. Von alten Kirchen, die auf Inseln ruhen, über verlassene Schwimmbäder bis hin zu Bunkeranlagen ist alles dabei.

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Wir stellen dir die coolsten Destinationen mal genauer vor und tauchen ein in die Geschichte der verlassenen Orte.

<h2 id="st-georgs-kirche-lucova» class=»Headlinestyled__Headline-sc-mamptc-0 ceLWQu» data-testid=»headline»>St.-Georgs-Kirche, Lucová

Wir starten direkt gruselig: In Westböhmen, genauer in Luková, steht eine verlassene Kirche, die auf den ersten Blick recht harmlos aussieht. Doch wer den Innenraum betritt, wird sich sicherlich erst mal ordentlich erschrecken. Hier hat nämlich jemand Geisterfiguren auf den Kirchenbänken drapiert.

Weiterlesen nach der AnzeigeWeiterlesen nach der AnzeigeGeisterfiguren sitzen auf den Bänken einer verlassenen Kirche.Im Inneren der Kirche von Luková sitzen gruselige Gestalten.Quelle: imago images/YAY Images

Wie so viele Gebäude ist auch die Kirche mal abgebrannt, das war um 1797. Danach wurde sie im neugotischen und im neuromanischen Stil wieder aufgebaut. Doch irgendwann kümmerte sich keiner mehr um die Kirche, 1968 stürzte das Dach ein und das Gebäude wurde sich selbst überlassen.

Der Design-Student Jakub Hadrava war es, der 2012 damit begann, die sitzenden und stehenden Gestalten aufzustellen. Sie sollen an die ehemaligen deutschen Bewohnerinnen und Bewohner des Ortes bis 1945 erinnern. Das lockte wieder mehr Menschen in die Kirche und mit den gesammelten Spenden konnte immerhin das Dach erneuert werden.

Fußballstadion Za Lužánkami

Stadien sind in der Regel belebte Orte mit viel Stimmung. Anders sieht es im Fußballstadion Za Lužánkami aus: Hier ist der Jubel schon lange verstummt. Es befindet sich in der zweitgrößten tschechischen Stadt Brünn, genauer im Bezirk Královo Pole. Der Fußballverein FC Zbrojovka Brünn trug hier bis 2001 seine Heimspiele aus, außerdem gab es mal eine Leichtathletikanlage.

Blick auf die zerstörte Fassade des verlassenen Fußballstadions Za Lužánkami.Im verlassenen Fußballstadion Za Lužánkami finden schon lange keine Spiele mehr statt.Quelle: IMAGO/Branislav RackoWeiterlesen nach der AnzeigeWeiterlesen nach der Anzeige

Doch als der Fußballverein in das rund vier Kilometer entfernte und renovierte Stadion Městský fotbalový stadion Srbská wechselte, wurde die Sportstätte geschlossen. Sämtliche Pläne zur Renovierung scheiterten.

2015 gab es noch mal eine Aktion, initiiert von dem Spieler Petr Švancara sowie Fans, die das Stadion wieder bespielbar machen wollten, dafür Büsche und junge Bäume auf den Rängen beseitigten. Am 27. Juni konnte das Abschiedsspiel des Fußballspielers stattfinden. Manchmal wird die Anlage noch für Konzerte genutzt, doch überwiegend ist sie einfach ein Lost Place geworden, der zunehmend verfällt.

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Kyselka

In Tschechien gibt es herrliche Kurorte, wie Marienbad oder auch Karlsbad. Ganz in der Nähe gibt es einen weiteren, der allerdings mehr Gruselcharme als Entspannung versprüht. Kyselka wirkt wie eine echte Geisterstadt, dabei war es einst ein ebenso prunkvoller Kurort. Was ist passiert?

Kyselka etablierte sich im 19. Jahrhundert als beliebtes Heilbad, die Quellen wurden jedoch schon seit dem 16. Jahrhundert genutzt. 1867 pachtete ein Mann das Areal, dessen Name dem einen oder anderen bekannt vorkommen wird: Heinrich Mattoni. Das Mineralwasser gibt es bis heute in dem ein oder anderen Supermarkt, vor allem in Tschechien. Ihm hat Kyselka zahlreiche Villen, Pavillons, Promenaden und Parkanlagen zu verdanken.

Weiterlesen nach der AnzeigeWeiterlesen nach der AnzeigeBlick auf eine Straße mit vielen leerstehenden Gebäuden.Der ehemalige Kurort Kyselka wirkt wie ein Lost Place.Quelle: imago images/Depositphotos

Doch auch hier schlug der Zweite Weltkrieg ordentlich zu und der Prunk des Ortes zerfiel. Zwar lief nach 1948 die Abfüllung des Mineralwassers weiter, doch zunehmende Privatisierung und schlechte Sanierungen machten dem Ort weiter zu schaffen. Jahrelange Streits und ständige Eigentümerwechsel brachen Kyselka schließlich das Genick. Heute stehen zahlreiche denkmalgeschützte Gebäude leer und der Kurbetrieb ist ebenfalls eingestellt. Nur das Mattoni-Mineralwasser wird nach wie vor hier abgefüllt.

St.-Leonhard-Kirche

Dieser Lost Place befindet sich im südöstlichen Teil von Tschechien, genauer in Mušov. Die Kirche selbst stammt aus der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts und wurde als romanischer Sakralbau errichtet. Das Verrückte: In den späten Siebzigern entschied man, in der Region gleich mehrere Stauseen anzulegen, unter anderem den Nové-Mlýny-Stausee. Sie sollten als Hochwasserschutz, zur Bewässerung sowie zur Energiegewinnung dienen.

Eine einsame Kirche steht auf einer Insel in einem Stausee.Die Kirche ist das einzige, was von dem Dorf Mušov übrig ist.Quelle: imago images/Depositphotos

Dafür musste jedoch das Dorf Mušov komplett geflutet werden, die Einheimischen mussten ihr Zuhause verlassen. Das betraf etwa 100 Häuser. Die Kirche blieb jedoch stehen und ist heute das einzige Gebäude auf einer kleinen Insel im Stausee. Damit ist sie nicht nur ein spannender Lost Place, sondern auch ein Mahnmal für das Vertreiben der Dorfbewohnerinnen und ‑bewohner.

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Der Zugang ist nur in den Sommermonaten möglich und die Behörden planen, die Kirche für Touristinnen und Touristen geöffnet zu halten. Gleichzeitig soll aber die Tierwelt auf dem Gebiet geschützt werden. Die Insel ist Teil eines Vogelschutzgebietes, daher gibt es nur zwischen Juni und September Überfahrten mit Booten. Die Insel auf eigene Faust zu erkunden, ist verboten. Touren kannst du über das Tourismusbüro organisieren.

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Friedhof Bohnický Hřbitov

Friedhöfe sind immer ein wunderbarer Ort für Leute, die gern etwas Gruselatmosphäre um sich haben. Das funktioniert noch besser, wenn es verlassene Friedhöfe sind. Der Friedhof Bohnický Hřbitov diente einst als Begräbnisstätte für Patientinnen und Patienten der nahe gelegenen Psychiatrie Bohnice. Auch Angestellte und Einheimische fanden hier ihre letzte Ruhe.

Ein Mann steht vor einer Ruine in einem zugewachsenen Areal.Der verlassene Friedhof im Norden von Prag verfällt seit Jahrzehnten.Quelle: imago images/Depositphotos

Um 1951 fanden die letzten Bestattungen statt und der Friedhof wurde anschließend sich selbst überlassen. Er ist etwa zweieinhalb Hektar groß und befindet sich im nördlichen Teil von Prag. Der Friedhof ist inzwischen zugewuchert, viele Gräber sind schlicht und verwittert, auch die Kapelle ist heute vielmehr eine Ruine. Unter den Einheimischen wird er auch „Friedhof der Irren“ genannt und es kursieren etliche Legenden, etwa von zahlreichen Suiziden, Mordfällen oder auch okkulten Ritualen und Geistersichtungen.

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Kurios: Nur eine einzige Grabstätte ist noch wirklich gut erhalten, und zwar die von einer gewissen Maria Tůma Reiter, die im April 1912 im Alter von nur 29 Jahren verstarb. Sie war keine Patientin der Psychiatrie, sondern vermutlich eine Einwohnerin des Ortes. Ihr Grab wird bis heute gepflegt und regelmäßig mit Kerzen und Blumen dekoriert. Eigentlich ist der Friedhof nicht zugänglich, doch manchmal werden Führungen angeboten.

Barrandov-Terrassen

Auch im Süden von Prag gibt es einen Lost Place, der sich derzeit wieder zu einem aktiv genutzten Gelände entwickelt, die Geschichte dahinter ist dennoch spannend: Das Areal wurde einst vom Architekten Max Urban entwickelt und ist vom Cliff House in San Francisco inspiriert. Errichtet wurde es zwischen 1927 und 1931. Besonders beeindruckend waren damals die geschwungenen Terrassen sowie die Panoramafenster. Es gab sogar ein riesiges Restaurant mit Platz für bis zu 3000 Menschen, eine Schwimmhalle sowie Tanzsäle und einen 15 Meter hohen Aussichtsturm.

In den Dreißigern trafen sich hier vor allem die Prager Elite sowie Filmschaffende aus den nahe gelegenen Barrandov-Filmstudios. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Anlage verstaatlicht und die legendäre Trilobit-Bar geschlossen. Diese brannte 2001 nieder und das Areal verwahrloste immer weiter. Dafür wuchs die Begeisterung in der Lost-Place-Szene für diesen Ort.

Blick auf ein leeres und verfallenes Schwimmbecken.Unterhalb der Barrandov-Terrassen gibt es noch einen versteckten Lost Place, nämlich ein altes Freibad.Quelle: imago images/Depositphotos

Doch das endete wieder, als 2016 ein umfassendes Sanierungsprojekt begann. Derzeit wird der Ort wieder zu einer Mischung aus Hotel, Restaurant und Wohngebäuden entwickelt. Der alte Glanz kehrt somit Schritt für Schritt wieder zurück an diesen Ort.

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Doch einen letzten Lost Place gibt es dort noch: Unterhalb der Terrassen befindet sich nämlich ein verlassenes Schwimmbad an einem Hang direkt über der Moldau. Dieses kleine Freibad verfällt seit den Sechzigern und ist frei zugänglich – allerdings herrscht teilweise Einsturzgefahr, es ist also Vorsicht geboten.

SAM Base Točná

Natürlich gibt es in Tschechien auch Lost Places, die noch aus der Zeit des Kalten Kriegs stammen. Einer davon ist SAM Base Točná. SAM steht für „Surface to Air Missile“, also für Luftabwehrraketen. Die Basis war Teil eines Systems aus Flugabwehr-Raketensilos rund um Prag und zur Verteidigung gegen mögliche NATO-Luftangriffe errichtet.

Nach 1989 wurde die Anlage stillgelegt und der Natur überlassen. Insgesamt gab es rund um Prag zehn solcher Anlagen, von denen aber nur noch Točná und Miskovice frei zugänglich sind. Wer sich hier umschauen möchte, bekommt bunkerartige Hallen zu sehen, verfallene Raketenunterstände sowie zahlreiche mit Graffiti überzogene Wände.

Eine Frau liegt in einer Hängematte und hat ein Handy in der Hand.

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Die Architektur sowie die mit Beton gepanzerten Schutzräume geben einen Einblick in die Vorbereitung auf mögliche Angriffe während des Kalten Kriegs. Die Anlage liegt etwas erhöht auf einem Hügel und du erreichst sie zu Fuß über kleine Wege. Wer sich vorab ein Bild machen möchte, kann auf der Internetseite von Pepper Urbex vorbeischauen.

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Bunkeranlage Bouda

Auch im Orlické Hory, dem Adlergebirge, versteckt sich eine Bunkeranlage, die fast schon einen futuristischen Eindruck macht. Die Artilleriefestung ist Teil der tschechoslowakischen Vorkriegsbefestigungen aus den Jahren 1935 bis 1938 und bildet zusammen mit Hůrka, einer weiteren Anlage, eine der größten Befestigungen ihrer Art. Es gibt fünf massive Bunker, die allesamt unterirdisch miteinander verbunden und heute öffentlich zugänglich sind.

Die Bauweise ist besonders robust und die Fronten sind teilweise bis zu dreieinhalb Meter dick. Sie sind tief in den Berg eingebettet und es gibt zahlreiche unterirdische Hallen sowie Tunnel, durch die auch Führungen angeboten werden. Denn es ist kein reiner Lost Place, sondern fungiert auch als Museum und ist heute ein technisches Denkmal.

Du erreichst den Ort nach einer etwa drei Kilometer langen Wanderung, wenn du in Suchý vrch startest und dann dem rot markierten Wanderweg folgst.

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