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Mensch stirbt im Flugzeug: Was dann mit der Leiche passiert

Ein Paar aus Melbourne erlebte einen traumatischen Flug, als ein Passagier auf einem 15-stündigen Flug von Melbourne nach Doha an Bord verstarb. Die Crew entschied, den Leichnam für die vier Stunden bis zum Ziel in ihrer Sitzreihe zu belassen, da es keine andere Möglichkeit gab, ihn unterzubringen, berichtete unter anderem das Nachrichtenmagazin „A Current Affair“ Ende Februar 2025.

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Ist das die Regel bei Todesfällen an Bord eines Flugzeuges oder gibt es noch andere Möglichkeiten, wie Fluggesellschaften mit solchen Situationen umgehen? Gibt es Vorschriften, wie dann zu verfahren ist?

Wie Fluggesellschaften mit Todesfällen umgehen

Zuallererst: Das kommt nicht so häufig vor. Für den seltenen Fall, dass das Leben eines Fluggastes tatsächlich bedroht ist, sei die Crew aber sehr gut geschult, sagt Nikolaus Braun vor einiger Zeit dem reisereporter. Und er muss es wissen, denn: Er ist seit vielen Jahren Berufspilot und fliegt für eine große deutsche Airline.

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„Zuerst versuchen die Flugbegleiter selbstverständlich alles, was in ihrer Macht steht, um den Todesfall zu verhindern“, erklärt Braun. Die Crew sei stets bemüht, gesundheitliche Probleme schnell zu erkennen und zu behandeln. Kleinere Probleme wie Schwindel, Kopfschmerzen oder Erbrechen kann die Crew mit gängigen Medikamenten, die immer im Flugzeug vorhanden sind, lindern.

Ist das gesundheitliche Problem aber deutlich ernster und der Passagier oder die Passagierin schwebt in Lebensgefahr, versucht die Crew so schnell wie möglich, einen Arzt zu kontaktieren. Im Falle eines Herzstillstands wird mit der Reanimation begonnen.

Wenn eine Reanimation an Bord eines Flugzeuges erfolgreich ist, wird der Patient am Boden sofort an die Ambulanz übergeben.Wenn eine Reanimation an Bord eines Flugzeuges erfolgreich ist, wird der Patient am Boden sofort an die Ambulanz übergeben.Quelle: imago/Pixsell

„An Bord eines Flugzeuges befindet sich eine umfangreiche, medizinische Ausrüstung, die weit über einen Erste-Hilfe-Koffer hinausgeht“, erklärt der erfahrene Pilot. Neben einem Defibrillator gehören dazu Spritzen, verschreibungspflichtige Medikamente und Geräte zur Intubation. Der Gebrauch eines solchen Koffers ist allerdings nur einem Arzt oder Rettungssanitäter erlaubt.

„Arzt an Bord“-Programm für Notfälle im Flugzeug

Ein Arzt ist mit etwas Glück auch unter den Reisenden, der im Notfall um Hilfe gebeten werden kann. Zahlreiche Airlines haben dafür sogar spezielle Programme: Bei der Lufthansa gibt es zum Beispiel das „Arzt an Bord“-Programm, in dem sich Ärzte registrieren können. So weiß die Crew immer, wenn ein Arzt oder eine Ärztin anwesend ist.

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Wenn der Tod eines Reisenden jedoch nicht mehr zu verhindern ist, muss das Personal im Flugzeug oft nach eigenem Ermessen reagieren. „Für diesen Fall gibt es keine Ideallösung“, sagt Braun.

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Ist der Fluggast mit Angehörigen unterwegs, wird er meist bei seiner Familie gelassen. Zusätzlich kann der Körper auch mit einem Tuch abgedeckt werden, wenn das in der jeweiligen Situation würdevoll erscheint.

Das passiert mit einer Leiche im Flugzeug

Wenn ein Alleinreisender verstirbt, wird meist versucht, den Leichnam so zu platzieren, dass ihn so wenige Passagierinnen und Passagiere wie möglich sehen können, beispielsweise in einer freien Sitzreihe oder in der geräumigeren First Class, wie es 2006 auf einem British-Airways-Flug gehandhabt wurde und eben auch Ende Februar 2025 bei dem Flug von Melbourne nach Doha. „Einen wirklich geeigneten Ort an Bord für eine Leiche gibt es tatsächlich nicht“, so der Pilot.

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Gerüchte über skurrile Praktiken gibt es natürlich auch. Eine BBC-Dokumentation berichtet, dass man früher bei British Airways einen toten Passagier regelrecht getarnt hat. Man habe ihm einen Wodka-Tonic und eine Zeitung hingelegt und eine Schlafbrille aufgesetzt. Von solchen pietätlosen Vorgängen hat Nikolaus Braun noch nichts gehört.

Und: Er selbst hatte in seiner langjährigen Fluglaufbahn noch keinen Todesfall in der Kabine.

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Reisereporter

Quelle: Quelle

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