Der spätbarocke Monumentalbrunnen mitten in Roms verwinkelter Altstadt ist für alle Touristen und Touristinnen in der Ewigen Stadt ein Muss: Gewaltige Menschenmassen drängen sich jeden Tag rund um die Fontana di Trevi und träumen von „Dolce Vita“ – wie Anita Ekberg, die in Fellinis gleichnamigem Film im Brunnen ein nächtliches Bad genommen hat.
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Bis vor wenigen Jahren wollten jedes Jahr rund vier Millionen Reisende den Brunnen sehen und, wenn sie Kenntnis hatten von der einschlägigen Legende, rückwärts über die Schulter eine Münze ins hellblaue Wasser werfen. Denn dank des Münzwurfes würde man eben dieser Legende nach irgendwann wieder nach Rom und an den Brunnen zurückkehren.
Ein Polizeifahrzeug steht zwischen gedrängten Menschenmassen am berühmten Trevi-Brunnen: Immer wieder kommt es zu Vandalismus.Quelle: IMAGO/Kickner
Touristenzahl in Rom hat sich mehr als verdoppelt
Vier Millionen Touristinnen und Touristen: Das waren 11.000 bis 12.000 pro Tag. Doch inzwischen hat sich die Zahl – nicht zuletzt wegen des nun allmählich zu Ende gehenden, vom Papst ausgerufenen heiligen Jahres – mehr als verdoppelt. Laut Angaben der Stadtbehörden hatten sich schon in den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres 5,3 Millionen Besucherinnen und Besucher zum Trevi-Brunnen begeben oder vielmehr vorgekämpft.
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Bis Ende 2025 rechnet man in Roms Rathaus auf dem Kapitolshügel mit zehn oder sogar elf Millionen. Die lokale Tourismusagentur erwartet allein für die Tage vom 23. bis zum 28. Dezember mit weiteren 700.000 Übernachtungen, und die meisten Gästinnen und Gäste werden wohl nicht nur an einer Weihnachtsmesse teilnehmen wollen, sondern zum Brunnen strömen.
Doch das ist in den Augen des sozialdemokratischen Bürgermeisters von Rom, Roberto Gualtieri, definitiv zu viel, zumal das Gedränge am Brunnen auch das Erlebnis jedes und jeder Reisenden beeinträchtigt.
So teuer wird der Eintritt zum Trevi-Brunnen
Und so erhebt die Stadt nun eine Eintrittsgebühr von 2 Euro für die Besichtigung des Brunnens, zumindest von Touristen und Touristinnen – für die Römerinnen und Römer soll der Besuch gratis bleiben. Mit der Gebühr, die auch per Kreditkarte bezahlt werden kann, will die Stadt versuchen, den Besucherstrom zumindest ein wenig einzudämmen, nachdem sich eine bereits vor einem Jahr eingeführte Limitierung der zahlenmäßigen Präsenz rund um den Brunnen als nicht allzu wirksam herausgestellt hat.
Völlig von Touristinnen und Touristen überlaufen: Der Trevi-Brunnen in Rom.Quelle: IMAGO/NurPhotoWeiterlesen nach der AnzeigeWeiterlesen nach der Anzeige
Vom Eintrittsgeld erhofft sich die Stadt Einnahmen von rund 20 Millionen Euro pro Jahr, die zum Unterhalt des Brunnens und von anderen bei Touristinnen und Touristen beliebten Monumenten und Sehenswürdigkeiten eingesetzt werden sollen. Die Maßnahme stößt weitherum auf Akzeptanz: 2 Euro für die „grande bellezza“ seien ja wirklich nicht übertrieben, lautet der Tenor in Rom.

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Einzig die Gewerbetreibenden rund um den Trevi-Brunnen sind besorgt, da sie ihre Umsätze schwinden sehen. Auf Zustimmung ist Gualtieri auch bei der Tourismusministerin der Rechtsregierung von Giorgia Meloni gestoßen, die schon lange die Ansicht vertritt, dass die Kulturschätze des Landes vermehrt zur Generierung von Einnahmen verwendet werden sollten.
Rom leidet schon seit vielen Jahren unter Overtourism, und die Situation wird von Jahr zu Jahr schlimmer. In den engen Gassen des Centro Storico, der historischen Altstadt, ist auf den traditionellen Touristen-Trampelpfaden – etwa zwischen dem Pantheon und der Piazza Navona oder auf der Via Conciliazione, die zum Petersplatz führt – tagsüber kaum noch ein Durchkommen, abends und bis weit nach Mitternacht verlagern sich die Massen ins Ausgehviertel Trastevere auf der anderen Seite des Tibers.
Für die Besichtigung des Pantheons hatte die Stadtregierung schon im Juli 2023 ein Eintrittsgeld von 5 Euro eingeführt. Die Anziehungskraft des gut erhaltenen antiken Tempels wurde damit kaum geschmälert: Im Innern ist das Monument nun zwar nicht mehr so vollgepfercht wie einst, dafür bilden sich auf der Piazza davor jeden Tag lange Menschenschlangen.
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