Die USA wollen die Einreisebestimmungen weiter verschärfen. Künftig könnten Reisende aus Ländern des Visa Waiver Program (VWP) – darunter auch Deutschland – verpflichtet sein, ihre Social-Media-Aktivitäten der letzten fünf Jahre offenzulegen.
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Den Vorschlag macht die US-Zoll- und Grenzschutzbehörde (CBP) bereits im Dezember 2025, wie die „<a href="https://www.washingtonpost.com/immigration/2025/12/10/esta-social-media-united-states/» target=»_blank» rel=»nofollow» title=»https://www.washingtonpost.com/immigration/2025/12/10/esta-social-media-united-states/» data-vars-event-category=»intext_link» data-vars-event-action=»click» data-vars-event-label=»https://www.washingtonpost.com/immigration/2025/12/10/esta-social-media-united-states/»>Washington Post“ berichtete. Der Vorschlag wurde im Federal Register veröffentlicht, das ist das offizielle Amtsblatt der US-Bundesregierung, in dem neue Gesetze, Verordnungen, Vorschläge und amtliche Bekanntmachungen gelistet werden.
Die US-Grenzschutzbehörde stellt den Vorschlag damit für eine 60-tägige öffentliche Kommentierungsfrist zur Verfügung. Diese Frist läuft am 8. Februar ab. Sollte die Regelung beschlossen werden, würde sie dann möglicherweise schon ab dem 9. Februar 2026 schrittweise in Kraft treten.
Überschrift
- Social Media als Pflichtangabe im ESTA-Antrag
- Reaktionen und Folgen für Reisende
- Social-Media-Angaben bei Visa: Was ist neu?
- Social-Media-Check vor der USA-Reise: Das sollten Reisende jetzt beachten
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Social Media als Pflichtangabe im ESTA-Antrag
Der Vorschlag sieht vor, soziale Medien als „obligatorisches Datenelement“ im elektronischen Reisegenehmigungssystem (ESTA) einzuführen, zitiert die „Washington Post“. Betroffen wären Reisende aus Dutzenden Ländern, darunter neben Deutschland zahlreiche weitere europäische Staaten sowie Australien, Neuseeland, Südkorea, Japan, Katar, Israel und Chile. Diese Länder nutzen das Visa Waiver Program, das Aufenthalte von bis zu 90 Tagen ohne Visum ermöglicht.
Zu den Social-Media-Accounts fordert die US-Regierung künftig „sofern möglich“ weitere umfassende Angaben von Antragstellern. Dazu zählen: Telefonnummern der letzten fünf Jahre, E-Mail-Adressen der letzten zehn Jahre, IP-Adressen, Metadaten von Fotos sowie biometrische Daten wie Gesichts-, Fingerabdruck-, DNA- und Irisdaten. Zudem sollen Angaben zu Familienmitgliedern gemacht werden, beispielsweise deren Namen, Geburtsdaten und Wohnorte.
Die neue Regelung ist bis jetzt nicht rechtskräftig. Solange das nicht geschieht, bleibt es bei der bisher gültigen freiwilligen Angabe.

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Zudem sieht der Vorschlag vor, die ESTA-Beantragung über die klassische Regierungswebsite abzuschaffen und stattdessen die Nutzung einer ESTA-Mobil-App vorzuschreiben. Die US-Zoll- und Grenzschutzbehörde schätzt, dass jährlich über 14 Millionen Menschen die App nutzen würden.
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Reaktionen und Folgen für Reisende
Datenschutzexperten und Bürgerrechtsgruppen in den USA reagierten mit deutlicher Skepsis auf die Pläne. Sie sehen darin einen massiven Eingriff in die Privatsphäre und einen Schritt hin zu umfassender Überwachung, berichtete ARD-Korrespondent Samuel Jackisch der „Tagesschau“.
So warnt etwa Farshad Owji, ehemaliger Präsident der American Immigration Lawyers Association (deutsch: Amerikanische Vereinigung der Einwanderungsanwälte), vor den Folgen der Regelung: „Der Vorschlag könnte Reisen und Meinungsäußerung stark einschränken“, zitiert die „Washington Post“ den Anwalt. Die Menschen würden „Selbstzensur üben“ und möglicherweise ganz vermeiden, in die USA zu reisen. Das wirke sich auf „den Tourismus, die Wirtschaft und das Ansehen Amerikas in der Welt“ aus.
Digitale Identität im Check: Die USA wollen künftig deutlich mehr Daten von Kurzzeitreisenden erfassen.Quelle: IMAGO/Anadolu Agency
Social-Media-Angaben bei Visa: Was ist neu?
Was bisher galt: Seit 2019 ist es für viele Visa-Kategorien in den USA verpflichtend, bei der Beantragung Social-Media-Konten anzugeben. Das betrifft Einwanderungs- und Nichteinwanderungsvisa, also längerfristige Aufenthalte wie Arbeits- oder Studienvisa. Diese Regelung wurde unter der Trump-Regierung eingeführt und umfasst laut einer Analyse des Brennan Center for Justice etwa 15 Millionen Antragstellerinnen und Antragsteller pro Jahr.
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Was neu sein könnte: Bislang konnten Touristen und Geschäftsreisende, die das sogenannte Visa Waiver Program (VWP) nutzen und mit ESTA-Antrag einreisen, ihre Social-Media-Daten freiwillig angeben. Der neue Vorschlag der US-Zoll- und Grenzschutzbehörde sieht vor, dass auch für ESTA-Reisende die Offenlegung der Social-Media-Aktivitäten verpflichtend wird.
Zusätzlich: Im Juni 2025 wurde für Antragsteller studentischer Visa die Pflicht eingeführt, ihre Social-Media-Profile öffentlich zugänglich zu machen. Diese Regel soll bald auch für bestimmte Arbeitsvisa (H-1B) gelten.
Social-Media-Check vor der USA-Reise: Das sollten Reisende jetzt beachten
Unabhängig von der Einführung der neuen Regelung gibt es einige Dinge, die Reisende in die USA jetzt schon beachten sollten:
- Social-Media-Profile checken: Schau dir deine Online-Profile genau an und bereinige sie vor der Beantragung des ESTA-Antrags. Lösche Beiträge oder Fotos, die kritisch bewertet werden oder zu Missverständnissen führen könnten.
- Handy und digitale Spuren minimieren: Entferne alle nicht benötigten Daten vollständig von deinem Smartphone. Deaktiviere Gesichtserkennung und andere Entsperrfunktionen. Ein ausgeschaltetes oder offline gehaltenes Gerät kann helfen, ungewollten Zugriff bei der Grenzkontrolle zu vermeiden.
- Ehrlichkeit bewahren: Gib bei der Einreise keine falschen Angaben an. Auch wenn eine Rückweisung unangenehm ist, ist sie in der Regel besser als eine lange Abschiebehaft.
Weitere Tipps zum Verhalten bei der USA-Einreise geben wir hier.
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Was müssen Reisende aktuell wissen? Alle wichtigen News für den Urlaub findest du beim reisereporter.
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