Eine Reise in die Wüste verbinden die meisten mit fernen Ländern, wie mit der Sahara in Nordafrika oder Wüsten auf der Arabischen Halbinsel. Doch so weit brauchst du gar nicht zu reisen, denn auch in Deutschland befindet sich eine immerhin etwa fünf Quadratkilometer große Wüste: die Lieberoser Wüste. Sie liegt im sogenannten „Wildnisgebiet“ Lieberoser Heide in der Niederlausitz in Brandenburg, rund 20 Kilometer nördlich von Cottbus.
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Wer die Lieberoser Wüste besucht, taucht ein in die spannende Geschichte einer Region, die sich von einem militärischen Sperrgebiet zu wilder, überwiegend sich selbst überlassener Natur entwickelte. Wir verraten, was du über die Lieberoser Wüste wissen solltest und dort erleben kannst.

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Lieberoser Wüste oder Lieberoser Heide – was ist was?
Wer die Lieberoser Wüste besuchen möchte, stößt auch auf den Begriff Lieberoser Heide, aber beide bezeichnen nicht dasselbe. Die Lieberoser Heide ist ein großes Landschaftsgebiet mit einer Gesamtfläche von rund 25.000 Hektar. Sie besteht aus Kiefernwäldern, Heiden, Mooren, Seen und offenen Graslandschaften. Innerhalb dieses Areals liegt die Lieberoser Wüste – eine etwa fünf Quadratkilometer große, nahezu baumlose Sandfläche. Sie gilt damit als größte zusammenhängende Wüstenlandschaft Deutschlands.
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Eine Wüste mit außergewöhnlicher Vergangenheit
Bis in die 1940er-Jahre stand an der Stelle der heutigen Wüste Wald, der jedoch bei einem großflächigen Waldbrand abbrannte und eine große, freie Fläche hinterließ. Diese wurde bald als Truppenübungsplatz der Wehrmacht und nach dem Zweiten Weltkrieg von der Sowjetarmee genutzt. Bis in die 1990er-Jahre diente das Gelände weiterhin als militärisches Sperrgebiet und war einer der größten Truppenübungsplätze der DDR – wodurch die heutige Wüste überhaupt erst entstand.
Panzer rollten über den sandigen Boden, und schwere Fahrzeuge verdichteten und zerstörten die Vegetation. Die Lieberoser Wüste ist also größtenteils menschengemacht und ein Beispiel dafür, wie sich nach Abzug des Militärs neue natürliche Lebensräume entwickeln konnten: Seit 1999 steht die Lieberoser Heide schrittweise unter Naturschutz. Auslöser war ein bundesweites Spendenprojekt des Nabu, mit dem erstmals große, ökologisch wertvolle Flächen in Lieberose gesichert wurden.
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So kannst du die Lieberoser Wüste besuchen
Die Lieberoser Wüste ist ein Spektakel für Naturliebhaberinnen und ‑liebhaber: Dort dominiert grobkörniger, heller Sand, während sich an den Rändern Dünen und Kiefernwälder ins Bild schieben. In der Mitte breitet sich eine offene Ebene aus, die sich langsam verändert, denn Flechten, Silbergras und andere Pionierpflanzen erobern Stück für Stück den Boden zurück. Aus der Wüste entsteht so allmählich eine Steppe.
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Diese langsame Entwicklung ist gewollt, denn der Mensch greift dort kaum noch ein. Wer genau hinsieht, entdeckt mit viel Glück besondere Tierarten wie Heidelerchen oder Brachpieper, dazu Sandlaufkäfer und seltene Heuschrecken. Die scheinbare Leere ist in Wahrheit hochsensibel und voller Leben. So beeindruckend die Landschaft ist, sie bleibt stellenweise unzugänglich, denn noch immer liegen im Boden Reste aus der militärischen Vergangenheit. Deshalb dürfen Besucherinnen und Besucher die Lieberoser Heide nur in ausgewählten Bereichen betreten.
Die Lieberoser Heide und Wüste dürfen nur auf den ausgewiesenen Wegen zu Fuß oder per Fahrrad erkundet werden.Quelle: imago stock&people
Ein gut zugänglicher Rundweg liegt direkt an der Bundesstraße 168. Der etwa zwei Kilometer lange Weg führt durch die Heidelandschaft, bietet Infotafeln zur Geschichte und einen Aussichtspunkt mit Blick über das Gelände, der früher ein militärischer Beobachtungshügel war. Außerdem gibt es Fahrradwege. Wer tiefer eintauchen möchte, sollte an einer geführten Wanderung teilnehmen. Diese werden unter anderem vom Landesbetrieb Forst Brandenburg und von Naturschutzorganisationen angeboten, darunter auch Nachthimmelbeobachtungen oder Vogelstimmenwanderungen.
Wichtig: Bleib unbedingt auf den freigegebenen Wegen und halte dich an Hinweise vor Ort. Die Landschaft wirkt offen, ist aber kein klassisches Wandergebiet. Außerdem ist die Lieberoser Wüste kein empfehlenswertes Ausflugsziel im Hochsommer, denn dort können 60 Grad Celsius und mehr erreicht werden!
Seltene Tierarten in der Lieberoser Heide
Gerade weil die Lieberoser Heide jahrzehntelang Sperrgebiet war, konnte sich dort eine außergewöhnliche Artenvielfalt entwickeln. Große, zusammenhängende Flächen ohne Straßen oder Siedlungen sind in Deutschland selten. Sie bieten Raum für Tiere mit großem Bewegungsdrang.
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Heute leben dort unter anderem Wölfe, Fischotter, Biber sowie Fisch- und Seeadler. Moore, Klarwasserseen und lichte Wälder wechseln sich ab. Rund 80 Prozent der Fläche stehen unter europäischem Schutzstatus, womit die Lieberoser Heide als einer der bedeutendsten Naturräume Deutschlands gilt.
Anreise zur Lieberoser Heide und Wüste
Mit dem Auto erreichst du das Gebiet am einfachsten über die Bundesstraße 168, etwa sechs Kilometer südlich der Stadt Lieberose. Parkmöglichkeiten befinden sich in der Nähe der ausgewiesenen Wege.
Mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist die Anreise möglich, aber umständlicher. Über Cottbus oder das Spreewaldgebiet führen Regionalbahn- und Busverbindungen Richtung Lieberose.
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