Sand zwischen den Zehen und die seichten Wellen des Meeres vor Augen – für viele Menschen klingt das nach Urlaub, denn da gehört ein ordentlicher Strand einfach dazu. Blöd nur, wenn dieser völlig überfüllt ist und die Liege des Nachbarn so nah steht, dass ihr euch einen Sonnenschirm teilen könnt.
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Schöner ist es doch, wenn alle ausreichend Platz haben und sich niemand gestört fühlt. Am besten geht das natürlich an einem Strand, der möglichst groß und lang ist. Der längste Strand Europas erstreckt sich sogar über zwei Länder und ist beeindruckende 98 Kilometer lang.
Die Rede ist von der Kurischen Nehrung an der Ostsee. Du hast davon noch nie gehört? Nicht schlimm. Wir stellen dir hier Europas längsten Strand vor – und verraten, was du dort alles erleben kannst.

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Kurische Nehrung: Strand von Klaipéda bis Lesnoi
Wer die Kurische Nehrung besuchen will, kann das in zwei Ländern tun. Entweder auf einer Länge von 52 Kilometern in Litauen oder auf dem zu Russland gehörenden 46 Kilometer langen Teil in der russischen Exklave Kaliningrad. Die Nehrung ist ein Sandstreifen, der das Kurische Haff von Klaipéda in Litauen bis Lesnoi in Russland von der Ostsee abtrennt. An ihrer breitesten Stelle ist sie 3,8 Kilometer lang, an der schmalsten nur 380 Meter. Jahrhundertelange Abholzung machte die Dünen instabil, erst eine großflächige Bepflanzung Ende des 19. Jahrhunderts löste das Problem.
Die zur Nehrung gehörende Parnidis-Düne gilt außerdem als eine der größten Dünen Europas. Sie wurde früher auch „Ostpreußische Sahara“ genannt und diente teilweise als Filmkulisse.
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Seit dem Jahr 2000 gehört die gesamte Kurische Nehrung zum Unesco-Weltkulturerbe. „Die Besiedlung dieser lang gestreckten Dünenhalbinsel, die 98 Kilometer lang und 0,4 bis vier Kilometer breit ist, geht auf die Vorgeschichte zurück. Während dieser Zeit wurde sie von den Naturgewalten Wind und Wellen bedroht. Ihr Überleben bis zum heutigen Tag wurde nur durch die unablässigen Bemühungen des Menschen ermöglicht, die Erosion der Nehrung zu bekämpfen, was durch die fortlaufenden Stabilisierungs- und Aufforstungsprojekte eindrucksvoll veranschaulicht wird“, schreibt die Unesco auf ihrer Website.
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Wer den längsten Strand Europas trotz der derzeit angespannten politischen Lage auf russischer Seite besuchen will, sollte beachten, dass für Deutsche eine Visumspflicht bei der Einreise besteht. Zudem gibt es in der Exklave Kaliningrad gewisse Sperrzonen, die von nicht russischen Menschen nur mit offizieller Erlaubnis betreten werden dürfen. Das Auswärtige Amt rät dringend von Reisen nach Russland ab.
Was Urlauber an der Kurischen Nehrung erleben können
Für einen Besuch am litauischen Teil der Nehrung spricht außerdem, dass die touristische Infrastruktur hier deutlich besser ausgebaut ist. Das touristische Zentrum der Region ist der kleine Ort Nidden (Nida) nahe der Grenze zu Russland. Hier gibt es ausreichend Ferienunterkünfte sowie Hotels und Restaurants, was es zum perfekten Ausgangspunkt für Ausflüge und sonstige Aktivitäten macht. Von ausgedehnten Strandspaziergängen über Wanderausflüge bis hin zu Radtouren und Badespaß ist dort alles möglich.
Die Parnidis-Düne gilt als eine der größten in Europa.Quelle: IMAGO/Pond5 Images
Feiner Sandstrand und Kieferwälder, die bis zur Küste reichen, bestimmen das Landschaftsbild an Europas längstem Strand. Die Wälder sind dabei wichtig, damit der Sand der Dünen nicht vom Wind abgetragen wird. So ist es problemlos möglich, auf die bereits erwähnte 52 Meter hohe Parnidis-Düne zu klettern und den Blick über die Nehrung und die Ostsee schweifen zu lassen. Der Wind macht die Gegend obendrein zu einem ausgezeichneten Reiseziel für Kitesurfer.
Der Nationalpark Kurische Nehrung lädt zu ausgedehnten Wanderungen durch die unberührte Natur ein – inklusive einer vielfältigen Fauna. Besonders Vogelfreunde kommen in der Region auf ihre Kosten. Von Nidden aus führt auch ein Fahrradweg entlang der Ostsee und kleinen Ansiedlungen. Bis nach Klaipéda sind es rund 52 Kilometer. Wem das nicht genug ist, von dort führt der Radweg weiter entlang der Küste. Denn die Strecke gehört zu den sogenannten Euro-Velo-Routen. Wer will, kann darauf auf einer Länge von 9000 Kilometern einmal um die Ostsee radeln. Wer die Natur lieber auf dem Wasser erkunden will, sollte an geführten Bootstouren teilnehmen.
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In Nida hat übrigens schon der deutsche Schriftsteller und Nobelpreisträger Thomas Mann gerne Urlaub gemacht, sein Sommerhaus wurde mittlerweile zum Thomas-Mann-Museum umgebaut. Weitere interessante Orte auf der Nehrung sind Juodkranté und Pervalka. Pervalka überzeugt mit seinen kleinen malerischen Fischerhäuschen sowie einem Blick auf den 14 Meter hohen Leuchtturm, der dort schon im Jahr 1900 errichtet worden ist. Juodkranté ist etwas für Bernstein-Fans, denn hier wurde er abgebaut. Wer will, kann auch das kleine Bernsteinmuseum in Nida besuchen. Von Juodkranté führt außerdem der sogenannte „Hill of Witches“-Trail entlang etlicher Holzskulpturen, die Geschichten über heidnische Bräuche der ehemaligen Einheimischen erzählen.
Der russische Teil der Nehrung ist touristisch weniger ausgebaut. Hier machen hauptsächlich Menschen aus Russland, Weißrussland und natürlich aus Kaliningrad Urlaub.
Die Geschichte der Riesin Neringa
Der Sage nach erschuf übrigens die Riesin Neringa den längsten Strand Europas. Demnach hat diese den Sand in die Ostsee gestreut, um einen Schutzwall zu errichten, der die Bucht vor der Wut des Wellengottes Bangputys bewahrte. Dieser war eifersüchtig, da die schöne Riesin sich in den dort lebenden Burgherren Naglis verliebt hatte.
Eine Holzskulptur der Riesin Neringa am Hexenberg in Juodkranté.Quelle: imago stock&peopleWeiterlesen nach der AnzeigeWeiterlesen nach der Anzeige
Damit die Fischer trotzdem weiter ihrer Arbeit nachgehen konnten, ohne sich den Gefahren der rauen See und der Eifersucht Bangputys aussetzen zu müssen, schuf die Riesin eine Lagune hinter der Sandmauer – diese ist heute unter dem Namen Kurisches Haff bekannt.
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