Fujiyoshida ist eine Stadt mit rund 50.000 Einwohnern in der Präfektur Yamanashi, direkt am nördlichen Fuß des Mount Fuji. Sie gilt als klassischer Ausgangspunkt für Besteigungen des höchsten Berges Japans.
Weiterlesen nach der AnzeigeWeiterlesen nach der Anzeige
Internationale Bekanntheit erlangte der Ort durch den Arakurayama-Sengen-Park mit der fünfstöckigen Chureito-Pagode. Der Blick von dort auf den Fuji, im Frühjahr eingerahmt von Kirschblüten, zählt zu den meistfotografierten Motiven Japans. Gerade dieser Erfolg wurde jedoch zum Problem.
Der Aussichtspunkt im Arakurayama-Sengen-Park ist berühmt für seinen Panoramablick, besonders während der Kirschblütensaison im Frühling.Quelle: IMAGO/Depositphotos
Kirschblütenfest in Fujiyoshida abgesagt
Die Stadt sagt das „Shin-Kurayama Sengen Park Cherry Blossom Festival“ für das Frühjahr 2026 ab.
Weiterlesen nach der AnzeigeWeiterlesen nach der Anzeige
Das Festival wurde rund zehn Jahre lang veranstaltet, um die Attraktivität der Region zu steigern. Inzwischen habe sich der Andrang jedoch „weit über die Erwartungen hinaus“ entwickelt, heißt es in einer Mitteilung der Stadt.
Als Gründe werden unter anderem der schwache Yen und die starke Verbreitung des Fotospots in sozialen Medien genannt. In der Hochphase der Kirschblüte besuchen laut der Stadt täglich mehr als 10.000 Menschen den Park; Wartezeiten von ein bis drei Stunden für die Aussichtsplattform sind üblich.
Overtourism in Japan: Belastung für Anwohner
Die Folgen beschreiben die Verantwortlichen von Fujiyoshida als „schwerwiegend“ und „chronisch“: Verkehrsstaus, das Betreten von Privatgrundstücken, das Wegwerfen von Müll und Zigaretten sowie das unbefugte Nutzen von Privathäusern als Toiletten. Auch Hygieneprobleme wurden gemeldet, etwa Fälle, in denen Touristen in privaten Gärten ihre Notdurft verrichteten. Besonders problematisch seien die Auswirkungen auf Kinder, da Schulwege durch Touristenmassen blockiert würden und Sicherheitsbedenken bestünden.
Angesichts der massiven Belastung und anhaltender Kritik habe die Stadt entschieden, dass „das friedliche Leben der Bürger Vorrang vor jeder Tourismusförderungsstrategie“ habe. Deshalb wird das Festival künftig nicht mehr ausgerichtet.
Weiterlesen nach der AnzeigeWeiterlesen nach der Anzeige
Mit der Maßnahme möchte die Stadt die „übermäßige Konzentration von Touristen eindämmen, die Lebensgrundlage der Einwohner schützen und einen nachhaltigen Tourismus fördern“. Obwohl das Festival nicht stattfindet, rechnet Fujiyoshida weiterhin mit vielen Besuchern während der Kirschblütenzeit.
Der Aussichtspunkt im Arakurayama-Sengen-Park erfordert eine Wartezeit von bis zu drei Stunden.Quelle: IMAGO/Zoonar
Sicherheitsmaßnahmen zur Kirschblüte 2026
Zwischen dem 1. und 17. April werden Sicherheitskräfte eingesetzt, Verkehrsregelungen umgesetzt sowie temporäre Parkplätze und mobile Toiletten bereitgestellt.
Bis zum 19. April gelten zusätzliche Verkehrsbeschränkungen. Die Stadt warnt vor „extrem starken Verkehrsbehinderungen“ und empfiehlt die Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln.
Nachhaltiger Tourismus am Mount Fuji
Die Absage versteht die Stadt als Wendepunkt. Die Entscheidung sei nicht nur eine Absage, sondern der erste Schritt weg von vorübergehenden, kurzfristigen Maßnahmen hin zu einer mittel- bis langfristigen Umgestaltung.
Weiterlesen nach der AnzeigeWeiterlesen nach der Anzeige
Der reisereporter-Newsletter: Die Vorteile für dich
Du willst exklusive Reisetipps, ungewöhnliche Orte und günstige Reise-Deals immer bequem in dein Mail-Postfach bekommen? Dann hol dir unseren Newsletter und erhalte regelmäßig die faszinierendsten und beliebtesten Geschichten und wichtigsten Infos aus aller Welt.
Bürgermeister Shigeru Horiuchi betont: „Für Fujiyoshida ist der Berg Fuji nicht nur eine touristische Ressource, sondern unsere Lebensweise.“
Künftig wolle man Strukturen schaffen, in denen Tourismus und Alltag koexistieren können – als Schritt hin zu einem qualitativ hochwertigen und nachhaltigen Reiseziel am Mount Fuji.
„Während derzeit Schilder mit Verhaltensregeln wie Parkverboten und Müllverboten das Bild prägen, werden wir nun daran arbeiten, ein Umfeld zu schaffen, in dem das Leben der Einwohner und der Tourismus nebeneinander bestehen können, wobei wir die Meinungen der relevanten Organisationen und der Anwohner berücksichtigen werden.“
Die schönsten Orte für die Kirschblüte in Deutschland
Wer die Kirschblüte erleben möchte, muss nicht unbedingt nach Japan reisen. Auch in Deutschland gibt es viele schöne Orte, an denen die zarten Blüten jedes Jahr im Frühling Straßen, Parks und Gärten in ein rosa-weißes Blütenmeer verwandeln. Besonders beliebt sind unter anderem Bonn mit seinen Blütentunneln in der Altstadt, Hamburg an der Alster, das größte Kirschanbaugebiet Europas in Pretzfeld, sowie der märchenhafte Schlosspark Schwetzingen.
Weiterlesen nach der AnzeigeWeiterlesen nach der Anzeige
Die weltberühmte Kirschblütenpracht im Herzen der Altstadt von Bonn. Sämtliche Blüten zeigen sich in voller Pracht an den Kirschbäumen in der Heerstraße.Quelle: IMAGO/Bonn.digital
Weitere Highlights sind das Alte Land bei Hamburg, der Hiroshima-Hain in Hannover oder das Berchtesgadener Land.
Was müssen Reisende aktuell wissen? Alle wichtigen News für den Urlaub findest du beim reisereporter.
Reisereporter
Quelle: Quelle



