Ob „Prinzessin Mononoko“, „Das Schloss im Himmel“ oder „Chihiros Reise ins Zauberland“: Die Filme von Studio Ghibli entführen das Publikum in eine Welt voller Fantasie, Melancholie und Wunder. Doch so fantastisch sie wirken, entspringen viele ihrer Schauplätze nicht allein der Vorstellungskraft von Hayao Miyazaki und seinem Team.
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Wer genau hinsieht, erkennt in den animierten Kulissen reale Städte, Bauwerke und Landschaften wieder. Diese Orte in Europa und Japan, die als Inspiration für viele bekannte Werke dienten, eröffnen Ghibli-Fans die Möglichkeit, den Zauber der Filme ganz real zu erleben.
Rhondda, Wales: „Das Schloss im Himmel“
Miyazaki reiste 1984 nach Wales – in jenem Jahr, in dem der große Bergarbeiterstreik das Land prägte. Die Bilder hinterließen offenbar einen bleibenden Eindruck bei dem Regisseur, denn im 1986 erschienenen Film „Das Schloss im Himmel“ spielen Bergarbeiter eine entscheidende Rolle. Ohne deren Unterstützung hätten Pazu und Sheeta den Piraten nicht entkommen können.
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Rhondda war früher eine wichtige Bergbaustadt.Quelle: IMAGO/Depositphotos/CeriBreeze
Besonders der Ort Rhondda in Südwales gilt als prägend für das Erscheinungsbild und die Stimmung der Bergwerksstadt im Film. Darüber hinaus sollen auch walisische Burgen wie Caernarfon, Caerphilly und Powis Castle als Inspiration für die Gestaltung der Festung Tedis gedient haben.
Sayama-Hügel, Japan: „Mein Nachbar Totoro“
Ein Jahr später erschien „Mein Nachbar Totoro“. Im Mittelpunkt der Geschichte stehen die Schwestern Satsuki und Mei, die hinter ihrem alten Haus auf eine Welt voller freundlicher Waldgeister stoßen – darunter ist auch der rundliche Totoro. Als Vorlage für diese Landschaft dienten die Sayama-Hügel bei Tokorozawa, wo Miyazaki in den 1960er-Jahren lebte. Das eine Stunde von Tokio entfernte Wanderareal ist heute ein beliebtes Ausflugsziel und Lebensraum für etwa 1600 Pflanzen- und Tierarten.
Szene aus „Mein Nachbar Totoro“.Quelle: Studio Ghibli
Colmar, Frankreich: „Das wandelnde Schloss“
Wer schon einmal durch die Altstadt von Colmar geschlendert ist, versteht sofort, warum Miyazaki von dem Ort fasziniert war. Die Stadt im Elsass wirkt wie eine Kopie der Kulisse vom „Wandelnden Schloss“: enge Gassen, Kopfsteinpflaster und bunte Fachwerkhäuser.
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Das Pfisterhaus ist ein Wahrzeichen von Colmar.Quelle: imago images/Andia/Godard F
Besonders das Viertel Klein-Venedig mit seinen Wasserwegen und blumengeschmückten Häusern vermittelt dieses märchenhafte Flair, das auch die Stadtlandschaft im Film prägt. Ein Gebäude, das exakt so in „Das wandelnde Schloss“ zu finden ist, ist die Maison Pfister. Das Haus im Renaissancestil ist ein wichtiges Wahrzeichen der Stadt.
Szene aus „Das wandelnde Schloss“.Quelle: Studio Ghibli
Visby, Schweden: „Kikis kleiner Lieferservice“
Die Hafenstadt Visby auf der schwedischen Insel Gotland gilt als eine der wichtigsten Inspirationen für „Kikis kleiner Lieferservice“. Der 1989 erschienene Film erzählt von einer 13-jährigen Hexe, die ein Jahr auf eigenen Beinen stehen muss, um ihre Fähigkeiten unter Beweis zu stellen. In dieser Zeit verdient sie ihren Lebensunterhalt als fliegende Botin.
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Die schwedische Hafenstadt Visby.Quelle: IMAGO/imagebroker/Karin Jähne
Gemeinsam mit ihrem sprechenden Kater Jiji zieht es sie in die Küstenstadt Koriko, deren Erscheinungsbild mit den roten Dächern, den engen Gassen und dem kleinen Hafen stark an das schwedische Visby erinnert. Auch Stockholms urbane Architektur soll in die Gestaltung des Films eingeflossen sein.
Szene aus „Kikis kleiner Lieferservice“.Quelle: Studio Ghibli
Vis, Kroatien: „Porco Rosso“
„Porco Rosso“ erzählt die Geschichte des Piloten Marco aus dem Ersten Weltkrieg, der durch einen Fluch wie ein Schwein aussieht. Sein geheimer Rückzugsort ist eine beeindruckende Kalksteinhöhle an der Küste Kroatiens, deren reales Vorbild die Bucht von Stiniva auf der Insel Vis war. Die Höhle, die während der Eiszeit entstand, ist seit 1967 geschützt und die zugehörige kleine Bucht wurde in der Vergangenheit bereits als schönster Strand Europas gekürt.
Die Stiniva-Bucht auf Vis ist im Sommer sehr beliebt.Quelle: IMAGO/Depositphotos/xdavidzfrxWeiterlesen nach der AnzeigeWeiterlesen nach der Anzeige
Einige Szenen des Films spielen allerdings in Mailand. Dort fliehen Porco und die Mechanikerin Fio über die Kanäle der Stadt vor der Geheimpolizei. Wer diese ikonische Filmszene nacherleben möchte, sollte dem Navigli-Viertel einen Besuch abstatten.
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Yakushima, Japan: „Prinzessin Mononoke“
Die Insel Yakushima im Süden Japans ist nicht nur ein Unesco-Weltnaturerbe, sondern diente auch als Vorlage für die mystischen Wälder in „Prinzessin Mononoke“. Erste Ideen zu dem Werk entwickelte Hayao Miyazaki bereits in den 1970er-Jahren, bevor er 1994 begann, die Geschichte konkret auszuarbeiten.
Der dichte Wald auf der Insel Yakushima.Quelle: IMAGO/Dreamstime/Beautiful
Dazu reiste er mit seinem Team auf die abgelegene Insel Yakushima. Dort vermitteln riesige, uralte Zedern, moosbewachsene Pfade und geheimnisvolle Nebelschwaden den Eindruck, in einem Märchenwald zu stehen. Die beinahe urzeitliche Vegetation findet sich auch im Film wieder.
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Matsuyama, Japan: „Chihiros Reise ins Zauberland“
„Chihiros Reise ins Zauberland“ gehört zu den erfolgreichsten japanischen Filmen überhaupt. Im Mittelpunkt steht die zehnjährige Chihiro, die sich plötzlich in einer fremden Stadt wiederfindet, bevölkert von Göttern, Hexen und Geisterwesen. Als ihre Eltern in Schweine verwandelt werden, bleibt ihr nichts anderes übrig, als im Badehaus Aburaya zu arbeiten, das von der mächtigen Hexe Yubaba geführt wird.
Das Badehaus Dogo Onsen in Matsuyama, Japan.Quelle: IMAGO/Depositphotos/Sepavone
Das Erscheinungsbild dieses Badehauses ist stark von einem realen Vorbild geprägt: Die Fassade erinnert an das kunstvoll gestaltete Holzgebäude des Dogo Onsen Honkan in Matsuyama. Diese berühmte Thermalquelle zählt zu den ältesten Onsen Japans. Das Badehaus wurde 1894 errichtet und rund hundert Jahre später als bedeutendes Kulturgut anerkannt.
Szene aus «Chihiros Reise ins Zauberland».Quelle: Studio GhibliWeiterlesen nach der AnzeigeWeiterlesen nach der Anzeige
Dessau, Deutschland: „Wie der Wind sich hebt“
Im Werk von Hayao Miyazaki geht es häufig um das Fliegen – so auch in „Wie der Wind sich hebt“ aus dem Jahr 2013. Der Film begleitet den Flugzeugingenieur Jiro Horikoshi während des Zweiten Weltkriegs. Eine Dienstreise führt ihn nach Deutschland. In Dessau besucht er die Junkerswerke, um sich ein Bild vom Stand des Flugzeugbaus zu machen.
Ein Nachbau der historischen Junkers F13 ist im Technikmuseum in Dessau zu sehen.Quelle: imago images / Steffen Schellhorn
Dieser Schauplatz ist nicht erfunden: Das Gelände der ehemaligen Junkers-Flugzeugfabrik existiert bis heute. Im Technikmuseum Hugo Junkers in Dessau können Besucherinnen und Besucher unter anderem einen originalgetreuen Nachbau der Junkers F13 sehen. Dieses Flugzeug gilt als erstes modernes Verkehrsflugzeug der Welt und spielt auch im Film eine Rolle.
Civita di Bagnoregio, Italien: „Das Schloss im Himmel“
Hoch oben auf einem Felsen in der italienischen Region Latium liegt Civita di Bagnoregio. Das kleine Dorf ist nur über eine schmale Fußgängerbrücke erreichbar und erscheint bei Nebel wie eine schwebende Insel – ein Bild, das unweigerlich an Miyazakis „Das Schloss im Himmel“ (1986) erinnert.
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Civita di Bagnoregio hat eine große Ähnlichkeit mit dem „Schloss im Himmel“.Quelle: IMAGO/Depositphotos/xBiancoBluex
Der Ort, der vor mehr als 2500 Jahren von den Etruskern gegründet wurde, erzählt eine bewegte Geschichte. Gleichzeitig ist Civita vom langsamen Zerfall bedroht: Wind und Wetter nagen stetig am porösen Felsen, was ihr den Beinamen „die sterbende Stadt“ einbrachte.
Szene aus „Das Schloss im Himmel“.Quelle: Studio Ghibli
Ihre fast unwirkliche Anmutung lässt Civita wie eine reale Version des schwebenden Schlosses aus dem Ghibli-Film wirken – eine Bestätigung, dass Civita di Bagnoregio tatsächlich als Inspirationsquelle diente, gibt es jedoch nicht.
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