Samstag, März 7, 2026
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Vorbild Heathrow: Welche deutschen Flughäfen schaffen die 100-Milliliter-Regel 2026 ab?

Am Flughafen London Heathrow, dem verkehrsreichsten Flughafen Europas gemessen am Passagieraufkommen, sind inzwischen alle Sicherheitskontrollen in den vier Terminals mit CT-Scannern ausgestattet. Reisende dürfen dort die Sicherheitskontrolle fortan mit Behältern passieren, die bis zu zwei Liter fassen, informiert der Airport auf seiner Webseite. Das ist eine deutliche Lockerung der seit rund 20 Jahren geltenden 100-Milliliter-Regel.

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„Heathrow zeigt, dass moderne CT‑Technologie bei gleichbleibend hohen Sicherheitsstandards eine deutliche Erleichterung für Passagiere ermöglicht. Zugleich wird demonstriert, dass eine konsequente, flächendeckende Umsetzung realistisch ist, wenn regulatorische Klarheit und Investitionssicherheit bestehen“, äußert sich der Flughafenverband ADV gegenüber dem reisereporter.

Der britische Airport setze hier „einen neuen Benchmark, an dem sich auch kontinentaleuropäische Flughäfen messen lassen müssen“. Wie ist der aktuelle Stand bei den Flüssigkeitsbegrenzungen in Deutschland?

Überblick

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EU macht den Weg (wieder) frei – doch die Praxis hinkt hinterher

Im September 2024 nahm die EU per Verordnung zunächst alle zuvor geplanten Lockerungen der 100-Milliliter-Regel wieder zurück. Im Spätsommer 2025 folgte jedoch die Kehrtwende: Die Beschränkung wurde aufgehoben – allerdings nur an Kontrollspuren mit zertifizierten modernen CT-Scannern.

Im Juli 2025 erhielt mit dem Modell Hi-Scan 6040 CTiX das erste Scanner-System ein offizielles EU-Siegel, das das Mitführen von Flüssigkeiten über 100 Milliliter erlaubt. Die Geräte erzeugen dreidimensionale Bilder des Handgepäcks und erkennen Flüssigkeiten, Gels und Sprays präziser, ohne dass diese an der Sicherheitskontrolle ausgepackt werden müssen.

Auch in Deutschland sind danach erste Lockerungen gestartet, allerdings werden diese noch nicht flächendeckend umgesetzt. Die alte 100-Milliliter-Regel gilt daher weiterhin meist als sichere Standardempfehlung der deutschen Flughäfen, da nicht an allen Kontrollspuren CT-Scanner verfügbar sind und Passagierinnen und Passagiere bei Umstiegen oder Rückflügen sonst Probleme befürchten müssen.

An den großen Verkehrsflughäfen Frankfurt, München, Berlin, Düsseldorf, Köln/Bonn, Hannover, Hamburg und Stuttgart sind nach Angaben des ADV bereits Kontrollspuren mit CT-Technologie in Betrieb. Die Ausstattung variiert jedoch je nach Standort und Terminalbereich – teils noch mit eingeschränkter Softwarefreigabe. Mit fortschreitender Zertifizierung, Softwarefreigaben und der Nachrüstung weiterer Spuren würden „punktuelle Lockerungen zunehmen“, prognostiziert der ADV für 2026.

Wir geben einige Beispiele, was an den großen Drehkreuzen in Deutschland aktuell geplant ist.

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CT-Scanner an deutschen Flughäfen: Aktueller Stand und Ausblick

Am Flughafen Berlin sind bereits an 24 Sicherheitskontrollstellen moderne CT-Scanner im Einsatz, die laut Angaben des Airports das Mitführen von Flüssigkeiten bis zu zwei Litern erlauben.

Da an anderen Kontrollspuren in der Haupthalle von Terminal 1 weiterhin herkömmliche Geräte verwendet werden und viele Passagiere im Voraus nicht wissen, welchen Kontrollpunkt sie passieren, empfiehlt ein Sprecher aber, sich weiterhin an die allgemeine Regel zu halten: maximal 100 Milliliter pro Behälter in einem 1-Liter-Beutel, um einen reibungslosen Ablauf zu gewährleisten.

Für das Jahr 2026 plant der Flughafen Berlin, mit der Modernisierung der verbleibenden Kontrollspuren in der Haupthalle von Terminal 1 zu beginnen. Die Flüssigkeitsbegrenzung könnte also in Berlin bald fallen.

Am Flughafen Berlin sind CT-Scanner an 24 Kontrollstellen im Einsatz.Am Flughafen Berlin sind CT-Scanner an 24 Kontrollstellen im Einsatz.Quelle: Oliver Lang/ Flughafen Berlin Brandenburg GmbH

Wie der Flughafen Düsseldorf dem reisereporter auf Nachfrage mitteilte, sind derzeit sieben moderne CT-Scanner zur Kontrolle des Handgepäcks im Einsatz. Insgesamt gibt es am Flughafen drei Flugsteige (A, B und C). Die Geräte befinden sich nach Sprecherangaben an den Sicherheitskontrollen der Flugsteige A und B, wo sie zu „stabileren Abläufen sowie mehr Komfort für Reisende“ beitrügen. Auf seiner Website informiert der Flughafen jedoch, dass Flüssigkeiten dennoch auf 100 Milliliter pro Behältnis beschränkt seien.

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Die Sicherheitskontrollen auf den bayerischen Flughäfen fallen in den Hoheitsbereich der Regierung von Oberbayern (ROB). Sprecher Wolfgang Rupp informiert, dass am Flughafen München seit dem 15. September 2025 an allen Spuren mit CT-Technik Flüssigkeiten mit einer maximalen Größe des einzelnen Behälters von bis zu zwei Litern mitgeführt werden dürfen. Konkret betrifft dies derzeit 15 Kontrollspuren im Terminal 2 sowie fünf Spuren im Terminal 1. An konventionellen Kontrollspuren ohne moderne CT-Technologie gilt hingegen weiterhin die 100-Milliliter-Beschränkung pro Behältnis.

Rupp weist darauf hin, dass Flugreisende bei der Mitnahme von Flüssigkeiten den möglichen Rückflug von einem anderen Flughafen und die dort geltenden Regelungen berücksichtigen sollten. Wird die Rückreise beispielsweise an einem Flughafen angetreten, der die neue CT-Technik bisher nicht einsetzt, gilt dort weiterhin die 100-Milliliter-Grenze.

Eine Kontrollstelle am Flughafen München: Am Airport kommt CT-Technik an insgesamt 20 Kontrollspuren zum Einsatz.Eine Kontrollstelle am Flughafen München: Am Airport kommt CT-Technik an insgesamt 20 Kontrollspuren zum Einsatz.Quelle: Alex Tino Friedel

Am Flughafen Frankfurt sind bereits an einigen Kontrollstellen moderne CT-Scanner im Einsatz, die das Mitführen von bis zu zwei Litern Flüssigkeiten erlauben. Diese müssen nicht in einem wiederverschließbaren Beutel transportiert werden, so die Angaben auf der Website des Betreibers Fraport. Da jedoch auch hier für Reisende nicht vorhersehbar ist, welche Kontrollstelle sie passieren, empfiehlt der Airport weiterhin, sich an die klassische 100-Milliliter-Regel zu halten, um einen reibungslosen Ablauf zu gewährleisten.

Konkrete Pläne für eine flächendeckende Umsetzung oder Lockerung hat der Flughafen auf Nachfrage bislang noch nicht bekannt gegeben.

Eine Frau liegt in einer Hängematte und hat ein Handy in der Hand.

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Warum deutsche Flughäfen langsamer sind: Zuständigkeiten, Kosten, Mischbetrieb

Für deutsche Flughäfen entfalte das Vorpreschen von Heathrow laut ADV „eine Signalwirkung und erhöht den Handlungsdruck gegenüber der EU-Ebene“. Zwar investierten die Airports in Deutschland seit Jahren erheblich in die Modernisierung der Sicherheitskontrollen, im europäischen Vergleich sei der Fortschritt jedoch „langsam“, und zwar aus mehreren Gründen:

  1. Komplexe Zuständigkeiten und EU-Zertifizierungsverfahren: Wie der ADV erklärt, liege die Verantwortung für die Zulassung von Kontrollgeräten und Kontrollverfahren beim Bund. Entscheidungen über Technik, Zulassung und Betrieb erforderten daher laut ADV eine enge Abstimmung mehrerer Akteure. Die Zulassung von CT-Scannern sowie insbesondere von Software-Updates unterliege Entscheidungen auf EU-Ebene. Das habe dazu geführt, dass vorhandene Technik zeitweise nicht vollständig genutzt werden dürfe. Zudem müsse gewährleistet sein, dass Kontrollverfahren international über die EU hinaus anerkannt würden, etwa für USA-Flüge.
  2. Kosten, Bauaufwand und Lieferschwierigkeiten: Der Umbau bestehender Kontrollbereiche im laufenden Betrieb sei technisch anspruchsvoll, kostenintensiv und logistisch komplex. Anders als bei Neubauten, etwa neuen Terminals, erfolge die Umrüstung meist schrittweise. Hinzu komme die begrenzte Verfügbarkeit von CT-Scannern am Markt. Selbst zugelassene Geräte könnten stellenweise erst mit einem erheblichen Vorlauf von ein bis zwei Jahren nach Bestellung tatsächlich in Betrieb genommen werden, so der ADV weiter.
  3. Passagiersicht und Umsteigeproblematik: Solange nicht alle Kontrollspuren umgerüstet seien, entstehe ein Nebeneinander unterschiedlicher Regelungen, das für Flugreisende schwer nachvollziehbar sei. Deswegen hielten Flughäfen und Behörden in Deutschland bewusst an konservativen Empfehlungen fest.

„Deutschland ist auf dem richtigen Weg, aber noch in einer Übergangsphase mit Mischbetrieb. Entscheidend für eine echte Abkehr von der 100‑ml‑Regel sind schnellere EU‑Zulassungen, klare Rahmenbedingungen und Planungssicherheit für Flughäfen“, so der ADV.

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